Freitag, 5. Oktober 2018

Reiner und die lange Nacht (05.10.18)



Weil Bummsdi die überwältigende Mehrheit seiner Lebenszeit im Sitzen verbringt, haben Aufzeichnungen, die ihn stehend oder gar in Bewegung zeigen, inzwischen richtiggehend Seltenheitswert und werden entsprechend heiß gehandelt und gleich dutzendfach in Fotomontagen und Animationen verwurstet. An wie vielen Ereignissen man den Prallo nach dem ÖR-Interview hat vorbeiwatscheln sehen dürfen, zu und zu schön war das; die reine Freude.

Dementsprechend angetan mag man also auch davon sein, dem Speckbeppo bei Anbringung seiner Kirmesdeko zuzusehen und könnte fast vergessen, dass der Speckbeppo diese Übertragung für ein hochklassiges Unterhaltunsprogramm hält, das Bezahlung verdient.
Insgesamt ist es ein Anblick, der betroffen macht. Wie unrettbar der dicke, fette Pfannkuchen aus dem Leim gegangen ist, wie aufequollen dieser arschgestaltige Hefekloß inzwischen ist, wie sehr jedes Teil seiner Anatomie einem Arsche gleicht und natürlich auch, wie ramponiert und reif für die Tonne die Billoschörts sind, die dieses ganze Elend tagein tagaus zusammenhalten müssen, das alles kriegt man ja nicht so recht mit, wenn der Schmandsack nur dasitzt. – Was er natürlich alsbald wieder tun muss, weil die Watschelstelzen das Arschgebirge nicht mehr länger in der Vertikalen halten können.
  Naja, immerhinque ist es Bummsdi gelungen, mit dem Spinnen-Haarreif für eine weitere Eskalation an der Friesen-Front zu sorgen, was Buchmacher bereits zu der geldwerten Frage veranlasst, wie lange es ihm noch gelingen wird, immer noch bescheuerter auszusehen.  Ihn als grenzdebile Klofrau mit Klofraufrisur ohne Verständnis, Einsicht oder auch nur Empfindung, dafür gekrönt von einer Plastespinne aus dem Ein-Euro-Shop in die Mitteldistanz stieren und dabei schmollen zu sehen, während ausgerechnet Kai Hansens musikalischer Hilfeschrei in die Wohnspeisegammelbude trümmert, hätte aber wirklich nicht sein müssen, godverdomme. 

Bummsdis Verständnis ist derart verkümmert, dass er es fertigbringt, mies gelaunt zu sein, während er die Erfindung des Power Metal, einen soliden Goldgenuss, abspielt, dieser selbsterklärte Meddler, dem noch die größte musikalische Offenbarung nichts anderes ist als Klangtapete, Hintergrundgeräusche, mit denen er das Gurgeln, Rumoren und Furzen seines ständig schwärenden Verdauungsapparats übertönt. Diese Arschmade spielt nur deshalb laute Musigg ab, damit er sich selbst nicht den lieben langen Tag schnaufen, japsen und nach Luft ringen hören muss.
Aber nein, es sind nur wieder Häider vor der Tür, deshalb hat die Klofrau Laune. Ja scheißdochrein, dann schmoll halt, aber behellige meine Musik nicht mit deinen von Fett überwucherten Mistohren, du Affenficker.

Und während ein Stück deutscher Musikgeschichte die Schanze beschallen muss, rechtfertigt die Popcornpauke jüngste Fälle von Selbstjustiz, für die er sich hoffentlich bald vor Gericht zu verantworten hat. Achja, und wer sich gegen den „Willen“ des Schanzenlords stellt, der is kein echter Fenn. Es geht wirklich nur noch um Untertanen.
Und nachdem eine dieser Elendsgestalten noch seine Pflicht und Schuldigkeit getan, dem Schandsack sein Scherflein in den Fettarsch geblasen und mit der schon reichlich lustlos absolvierten Pflichtdarstellung von Dankbarkeit – Fettpatscher links und rechts an den Kürbis legen und die Schweinsäuglein a weng aufreißen – abgefertigt wurde, heißt es wieder missmutig in die Gegend stieren und sich vor der nahenden Gerichtsverhandlung fürchten, bis der Hermesbote diese traurige Veranstaltung endlich beendet.

Aber leider nicht genug des Wahnsinns, denn die Rumba soll erst richtig losgehen. Und zwar mitten in der Nacht. Bummsdi hockt noch da, wo wir ihn verlassen haben, nämlich im Spiel-Speise-Gammel-Zimmer, dass er frecherweise als „Arbeitszimmer“ bezeichnet, wenn er Aleggsa herumscheucht. Den Mostkopp in den Nacken gelegt zeigt er uns die Abwesenheit seines Halses – es sieht wirklich haargenau so aus, als habe ein zu grausamen Scherzen aufgelegter Gott die Zipfel eines großen Lyonerkringels unter Bummsdis Augen gelegt und dann die Wurst mit seinem Arschgesicht verschmelzen lassen, sodass der ganze ungeschlachte Wust aus Fett und Fleischabfall rings um das arschlochförmige Schnütchen einen Wabbelwall bildet, der erst auf den Herrentitten zur Ruhe kommt. Rollo, Aller, sowas von grauslig.

Als nächstes muss der Suppengmobu sich nochmal aus den Sofakissen wuchten und eine Blockflöte angeschleppt bringen – freilich nicht, um darauf zu spielen. Er kann die Wurststummel ja nichtmal nach dem gehörigen Fingersatz, den man nebenbei gesagt einem Grundschüler in Minuten beibiegen kann, auf die Löcher legen. Würfe man die Flöte in ein Affengehege, würden die Schimpansen ziemlich haargenau dasselbe mit dem Blasinstrument anstellen wie Bummsdi in seinem Schdriem – nur sähen sie dabei possierlicher aus und würden dabei nicht so stinken.

Dann bekommt der User „Bännätick“, dem der HErr in seinem weisen Ratschluss auch mal zeitnah den Pimmel abfaulen lassen könnte, nochmal die Dankbarkeitsshow mit den Flossen am Mostkopp vorgeführt – das einzige, was an dieser erbärmlichen Nummer halbwegs aufrichtig ist, ist die Bezeichnung der Spender als „Wahnsinnige“ –und natürlich meint Reiner gerade dieses einzige wahre Detail nicht ernst. 

Für die nächste Stunde hockt der Isolationslord in seinem eigenen Unrat und genießt nicht etwa Sternstunden des deutschen Meddl, sondern die läppischste Fahrstuhlmusik, die die Popkultur zu bieten hat – natürlich nicht, ohne sich dabei irgendwelche bekloppten Superkräfte anzudichten, die nicht nur erstens völlig nutzlos und zweitens oberpeinlich sind, sondern drittens gleich beim ersten Versuch, sie unter Beweis zu stellen, kläglich versagen. Dabei entlockt ihm das Gejaule und Gefiepe Lustgeräusche einer Art, die schlicht und ergreifend ekelhaft ist, weil es dem Reiner verlässlich gelingt, noch jede Art des Sinnengenusses anrüchig und abseitig und ekelhaft werden zu lassen.

Weil der Leselord im Halbdunkel nun gar keine Lust mehr hat, den Tschett entziffern zu müssen, salbadert er über die richtige Art Musik zu genießen – er tut das, indem er seine eigenen Regeln ignoriert und misstönend mitzupfeifen versucht. Sobald das Publikum sich darüber beklagt, dass er für seine Nullinteraktion Geld haben will, gibt’s ersma Saures. Fresse halten und Barr’ne schmaßen, das sollt ihr, ihr hundsmiserabligen Affenficker, ihr Kanaillenkonglomerat, ihr Freakshow pucklichter Dreckshaderlumpen, möge der HErr euch alle ewig strafen, godverdomme.

Und während die Fahrstuhlmusik mit ungebremster Grausamkeit weiterzirpt, herrscht einfach nur die gähnendste Langeweile – warum der sich immer haltloser fläzende Wamparsch nicht einfach aufsteckt und schlafen geht, man fragt es sich doch. Tja, erstens, weil er ein sturer Dmmbock ist, der auf keinen Fall zu einer vernünftigen Zeit ins Bett gehen kann, weil er das für ein Zeichen von Fremdeinfluss und damit Charakterschwäche hält, zweitens, weil er dringend Barr’ne haben will und die Affenficker im Tschett sollen jetzt gefälligst ihre dummen Fressen halten und ihm welche geben. Hat er doch eben schon gesagt.

Und aus lauter Langeweile fängt es mählich an, aus dem Isolationslord herauszuschwallen. Still wird es in der Schanze und so ganz der wahre Jakob ist das Gedudel und Gefiepe, das ihn eben noch zu pflichtschuldigst absolvierter Ekstase hinriss, halt auch nicht. Ablenkung könnte ein Film verschaffen, oder eine dieser japanischen Zeichentrickserien für im Koppe Kind gebliebene Perverse, aber die Kämm ist ja an, Barr’ne müssen rein, da kann er ja schlecht währenddessen Perversenzeichentrick schauen.

Möglicherweise ist das dann die nächste Form der Unterhaltungsatrophie: Reiner sendet leif ins Internet, wie er Serie schaut. Seine Abonnenten, diese vollentkernten Vollgasarschlöcher, würden freilich auch dafür das kostbare Lebenselixier in die Schanze schmeißen.

Aber so weit sind wir vorerst noch nicht, vorerst bringt die Langeweile den Laberlord zum Salbadern, wobei er – ja nicht zum ersten Mal – wieder bestürzendes Un- oder Halbwissen selbst auf allen Themengebieten offenbart, die angeblich zu seinen Interessen gehören. 
Drachen, Außerirdische, Übersinnliches – in seinem Spatzenhönn geht nicht nur alles durcheinander, es fehlt auch an allen Ecken und Enden. Reiners Wissen zu egal welchem seiner selbstgewählten Spezialgebiete wirkt, als habe eine legasthenische Elster es von den Rückseiten diverser Frühstücksflockenpackungen zusammngelesen, als habe der veritable Riesenvogel, den Bummsdi nunmal hat, sich im Spatzenhönn ein Nest gebaut aus Schnipseln alter Galileo-Folgen und Schulhofgesprächen. Man kann ihm nicht zuhören, ohne dass die Wutlatte zum Himmel zeigt, dem Weltenlenker zu drohen dafür, dass er es bislang noch immer unterlassen, diesen Ausbund an Blödheit mit dem Blitz zu erschlagen.     

Doch selbst das dümmste Dummgelaber kann die Langeweile nicht aus der Schanze verscheuchen in dieser Schicksalsnacht – und so begibt es sich eben, dass Reiner spontan einer Anfrage nachkommt, einen Gast zu empfangen.
Und schon ist er zu sehen und sieht selbst aus wie eine etwas verhärmte Version des früheren Fernsehmoderators Walter Freiwald, dem ein zu grausamen Scherzen aufgelegter Gott einen toten Vogel oben auf die Rübe geklebt und mit dem Glätteisen bearbeitet hat und er spricht, wie wohl einer sprechen muss, der so aussieht, hochdeutsch ist es nicht und Bummsdi wittert gleich Verrat: 
Des is doch des Regenbogenschaf, Aller! Das hat der Bummsdi gleich erkannt! Der Besucher, den ein an die Wand geklebtes Nummernschild als „Jacky“ identifiziert, bringt es jedoch fertig, Bummsdi davon zu überzeugen, dass er nicht das Regenbogenschaf sei, verdammde Aggst, und kaum ist diese Klippe umschifft, kann ein stundenlanges Palaver losgehen, in dessen Verlauf der Rekrutierungslord erneut seine Rekrutierungsversuche startet.

Also geht es um Spielsachen, die Reiner schon hatte und Freunde, die er gehabt haben will und die auf keinen Fall zu einem spontanen Kurztrip aufbrechen wollten, ohne ihren Buimmsdi mitzunehmen, da gings vielleicht rund!
Die Schilderung dieser Episode verursacht beim Anbiederungslord einen Rückfall in breiteste Mundart; eine seltene Affekthandlung, die ein Fachmann vielleicht als mirroring bezeichnen würde: Der Dialekt des Gegenübers veranlasst den Suppengmobu, seinerseits in Mundart zu verfallen, um eine gemeinsame Basis zu schaffen. Die völlig übertriebenen Reaktionen auf das eigene Reden – lautes Lachen, Onomatopoetik und dergleichen – sollen ihrerseits entsprechendes Verhalten bei Jacky provozieren.

Der muss sich außerdem eine ganze Reihe liebgewonnener Lügengeschichten anhören, alles wie gehabt, man kennt es zur Genüge. Das einzig Interessante an dem Geseiher über Mobiltelephone ist noch die Möglichkeit, ihm abzulauschen wie viele solcher Geräte der Bummsdi bereits kapottgemacht hat. Denn natürlich ist ihm noch nie irgendwas „verreckt“ – er macht immer alles selber kapott, schmeißt es hin oder runter oder – das wahrscheinlich die häufigste Methode – schmettert seine Abrissbirne von Arsch auf irgendeine Sitzgelegenheit, sodass ein sich in der hinteren Gesäßtasche befindliches Smartphone regelrecht zerschmissen wird.

Ansonsten beweist dieses Gespräch eigentlich nur, wie durcheinander es in Bummsdis Klüterkopp inzwischen geht, wie wenig durchdacht sein Handeln noch ist, wie sehr schon alles dem niedersten Trieb überantwortet wurde.
Denn einerseits gerät unser Selbstbeherrschungslord unverzüglich und verlässlich außer sich, wenn einer seiner Zuschauer sich erdreisten sollte, eine Frage zu stellen, die der Speckbeppo irgendwann im Laufe der letzten drei Jahre schon mal beantwortet hat. Denn inzwischen sollte ihn jeder gut genug kennen so tönt es dann aus dem stets bescheidenen Bauchwabbelwubi. 
Wenn aber andererseits einer dieser Zuschauer sich zum ersten Mal eine Gastrolle in Schmandzipfels Schdriem erschmeichelt hat, dann wird dieser Neuankömmling so behandelt, als sei er erst gestern auf der dünnen Heersuppe dahergeschwommen und habe folglich nicht den Hauch einer Ahnung davon, was für ein unglaublich toller und fähiger und demzufolge natürlich sympathischer Typ der Popcornpanzer eigentlich ist. Dann wird alles von vorn aufgerollt, dann erwähnt unsere Kirmeskanaille oft und gern und völlig ungefragt Lieblingsfilme, -serien, -bands und erzählt gern zum hundrtsten Mal, wie er ausgedachte Angreifer zusammengetreten oder ertränktund dabei golden geleuchtet hat.

Gesunde Menschen lernen aus ihren Fehlern und suchen zu vermeiden, sie zu wiederholen. Schwibbschwabel nicht; dazu ist er schlicht zu stur. Er hat sich eine Erfolgsstrategie überlegt und die zieht er durch, wieder und wieder, bis sie zum Erfolg führt.
Jackie ist ja auch nicht der erste Gast, der stundenlang und mit ständigen Rückfällen ins breiteste fränggisch von der „waaßt scho“-Version Reiners angekumpelt wird und dann von ihm beeindruckt sein soll. Der bärtigen Muselspaßrakete aus dem Rheinland ist es so ergangen, dem fränkischen homoperversen Fressklötsch, der sich jetzt in den Fidios dieser Plastenutte zum Obst macht, und dann war da noch mindestens einer, der während des Gesprächs immer an so einem Raucherlutscher für Feiglinge, die nicht sterben wollen, genuckelt hat.
Dass man sich an diese Gäste so gar nicht mehr richtig erinnern kann, liegt daran, dass sie keine Funktion mehr haben für unsere Arschwampe. Freundschaft hat er mit niemandem geschlossen. Diese Leute konnten ihm nicht nützlich sein, also hat er sie wieder vergessen. Statt den Kontakt zu intensivieren, fängt er lieber mit einer ganz neuen Person ganz von vorn an – und weil Bummsdi diese neue Person nicht kennt, geht er davon aus, dass die andere Person ihn auch noch nicht kennt. also überhaupt nicht, so wie Bummsdi den anderen halt. Erstkontakt.  Dass jemand mehr von ihm weiß als err vom anderen, das kriegt Bummsdi nicht in sen Spatzenhönn gerendert. Für ihn ist er selbst so sehr Maß aller Dinge, dass sein Wissenstand als Standard gilt.

Und es ist natürlich schön, immer wieder die Chance zu haben, ein Gegenüber mit dummdreist erstunkenen und erlogenen Geschichten anzuschmieren bis es glänzt. Auch hier handelt er seinen eigentlichen, langfristigen Interessen zuwider, er ist halt sehr, sehr domm.
Denn wenn sich schon mal jemand findet, der wohlwollendes Interesse an unserem Suppengmobu zeigt – was ja weißgott und gottseidank nicht so häufig der Fall ist – dann könnte der Speckbeppo ja die Chance nutzen und einen Freund gewinnen, also jemanden, dem er wirklich nahe steht, dem er Dinge anvertrauen kann, dem er auch mal erzählen könnte, wies ihm ums verfettete Herz ist. 
Stattdessen wittert der Rekrutierungslord nur eine Chance, einen neuen Untertan zu dingen und fängt an, dem Kandidaten die Hucke vollzulügen. Er fesselt ihn sozusagen auf eine Bierbank im Paulanergarten, schleppt Stricke herbey und fängt fröhlich lachend und sich mit dem Händchen vor den Kürbiskanister patschend damit an, dem eine ganze Bärenhecke aufzubinden. 
So macht er schon ein zweites Treffen unmöglich, denn dann wird er sich unter keinen Umständen mehr daran erinnern können, was er dem anderen alles vorgelogen, für welche Version der beliebten Lügengeschichten er sich diesmal entschieden hat, der arme, domme Knallkopp.

So bleibt es halt beim Erstkontakt und das völlig brachliegende und rettungslos verkümmerte gesunde Bedürfnis nach menschlicher Interaktion muss weiter darben, weil der Geltungsdrang das Kommando im Spatzenhönn übernommen hat, der Geltungsdrang und der Selbsthass: Reiner kann schon längst nicht mehr glauben, dass jemand wirklich wohlwollendes Interesse an ihm haben könnte, so verlottert und vor die Wand gefahren wie er ist. Ein Teil von ihm hasst sich selbst so dauerhaft und intensiv, dass die Möglichkeit, jemand anders könnte ihn mögen, gar nicht mehr vorkommt in seinem verqueren Mostkopp. 
Und um diesen Teil kleinzuhalten, um das ständig gefährdete Selbstbild vom tollen Hecht aufrecht zu erhalten, das ja ständig unter den Attacken des Selbsthassreiners zusammenzufallen droht, müssen halt Lügen her, je dicker, je besser, den anderen umso sicherer zu täuschen. Denn viel hilft viel, das ist immer und überall Reiners Devise, wenn, dann richtig, lieber gleich zehn Kilo Maiskörner kaufen. Die Unmäßigkeit der zu kurz gekommenen, die Gier der Habenichtse, da ist sie, im Tun wie im Denken.

Und sobald der niedere Trieb aus den Tiefen hervorgekrochen ist und im Gespräch anfängt Bummsdis Hochdeutschkenntnisse wie auch seine Motorik in Mitleidenschaft zu ziehen, kommt natürlich auch sofort die Gewalt zum Vorschein, die ungetrübte Aggression, der fürchterliche Drang, alles kurz und klein zu schlagen in diesem hundserbärmlichen Drecksleben, das unser Prallo sich da selbst eingebrockt hat. 
Dann erzählt der Kampfsportlord wieder davon, wie seine früheren Glanztaten den Mobbern auffe Baumschule Respekt eingeflößt haben, wie sehr seine Gummbl seine Statur gelobt haben, wie furchterregend seine mächtige Erscheinung ist und wie sehr ein Jogger – oder war es der Sportlehrer – seine Ausdauer bewundert hat.
Alle diese Körper- und Gewaltphantasien haben letztlich mit Respekt zu tun; etwas, das Reiner sich sehr wünscht aber nicht haben kann. Er weiß natürlich, wie man welchen kriegt: mit Gewalt, so wie Rudi das gemacht hat. Das hat ja auch immer prima geklappt. 

In Speckbeppos traurigem Alltag klappt das leider nicht so richtig. Da kann er Gewalt immer nur aus dem Hinterhalt anwenden. Also muss er Geschichten erfinden, die davon handeln, wie er den ersehnten Respekt in direktem Kräftemessen erworben hat. In diesen Geschichten ist er überdies immer im Recht, handelt immer nur aus edlen Absichten oder um sich zu verteidigen,  sind die Gegner immer in der Überzahl und Bummsdi immer allein, so das ses keine Zeugen gibt. So wünscht der Wunschwubi sich die Wlet, so hät er das gern, der Zipfelklatscher. Er ist halt sehr, sehr domm.

Zu lange allein gelassen, notiert Wunschwubi solche Phantasien in seine Erfüllungsmärchen. Gestern konnte er sich – ganz wie ers gesagt hat – das Abtippen sparen. Sein Publikum war Jacky und weil der zu latte oder zu nett oder schlicht zu erschüttert war, dem Bummsdi klarzumachen, dass niemand seine Lügen glaubt, ging das gelüge halt immer weiter. Der Drang nach Anerkennung ist unstillbar, wie auch der Selbsthass nicht zu bändigen ist.
Und weil der arme, domme Knallkopp sich niemals in Therapie begeben wird, wird sich daran auch nichts ändern.
und das ist gut so. Ich habe nicht das geringste Mitleid, godverdomme.

Dienstag, 2. Oktober 2018

Reiner und der Besuch (02.10.18)



Bummsdi in aufgeräumter, heiterer Stimmung ist nur schwer zu ertragen. Es wird ein wenig erträglicher durch die Tatsache, dass er nur dehalb in so aufgeräumter Stimmung ist, weil er mal wieder nicht merkt, wie eine Mulle ihn verarscht – aber es bleibt schwer zu ertragen, auch weil die ihn verarschende Mulle so halbherzig und eigennützig dabei vorgeht. 
Kann natürlich sein, dass die Fut einfach a weng domm ist, wer weiß das schon genau und wer will das ausschließen bei irgendeinem beliebigen Nutzer der Plattform Junau, dieser Jauchegrube des deutschsprachigen Schleppinternetzes, in dem sich der ganze nutzlose Beifang und mutierte Drecksabraum verfängt, den man einfach fein kuttern und mit in die Thunfischbüchse stopfen sollte und dann vergessen, dass man ihn je zu Gesicht bekommen, godverdomme.

In aufgeräumter, ja heiterer Stimmung ist unser dicker, fetter Pfannkuchen in erster Linie ja auch nur des feinen Zuckers und reichlichen Erstazfettes wegen, die er sich in rauhen Mengen zwischen die missgestalteten Kiefer schiebt, während er voller Stoltz den Tand und Talmi aufzählt, für den er die erbettelten Koouuuln des letzten Monats zum Fenster rausgeschmissen hat. 

Da kommen also gleich zwei Glücklichmacher des zusammengeschrumpften Wingelkosmos zusammen: Fressi und Spielzeug. Sich in grober Missachtung der inzwischen gottserbärmlich prekären Lage diesen Treibbefriedigungen hinzugeben, hei, da lacht der Schwibbschwabbel über das ganze, teigige Mondgesicht, das hat er dem Leben abgetrotzt, dass er auch ohne Arbeit, Perspektive und völlig uneingedenk des desolaten Gesundheitszustands immer noch in den Trümmern seines verpfuschten Lebens herumhocken, sich Fett und Zucker in die Luke schüren und dabei haltlose Ankündigungen absondern kann.

Und weil der Schdriem mal wieder nicht so will wie er – vermutlich, weil seine gesamte EDV-Anlage derzeit nur von Kühlpaste, frommen Wünschen und dem schieren Bauernglück zusammengehalten wird – na, bequemt er sich halt als Gast in den Schdirem irgendeiner Trümmermulle, die gerade auf Junau das Kleingeld für ihre Urlaubskasse zusammenbettelt.

Und treibt dort natürlich und wie selbstverständlich nichts anderes, als er auch im eigenen Schdriem machen würde: Unsinn reden, Selbstdarstellung und natürlich stetige Kalorienzufuhr.
Bemerkenswert bleibt, dass sich an Speckbeppos sozialen Fähigkeiten genau nichts geändert hat. 
Wie auch? In seiner elenden Vereinsamung hat er ja gar nicht die Möglichkeit, seine Interaktionsfähigkeiten auszubauen. Der Suppengmubo verfügt nach wie vor über genau zwei Möglichkeiten, mit seinen Mitmenschen zu interagieren.

1.) Defensive: Dabei ist der Schwibbschwabbel sich von vornherein sicher, dass ihm in lLaufe des Gesprächs eine reige berechtigter Vorwürfe gemacht werden, weswegen er vonm Anfang an missgelaunt, einsilbig und verhalten aggressiv ist und auf jede gelegenheit wartet, das Gegenüber zu schmähen, schmälern oder sonstwie zu fronten. Höhepunkt solcher Gespräche ist dann, dass er wie ein spastischer Seelöwe die Vorderpfoten gegeneinanderpatscht.

2.) Rekrutierung: Andere, gesunde Menschen lernen gern neue Leute kennen, um neue Meinungen und Ansichten kennenzulernen, sich auszutauschen, charakterlich zu wachsen. Und wenn man dann feststellt, dass das Gegenüber gut zu einem passt, entwickeln sich Freundschaften.
Bei unserem Schandsack ist das anders: Der hat an anderen Ansichten, Meinungen, Erfahrungen genau null Interesse. Mit solchen an sich interessanten Dingen konfrontiert, merkt der Bauernzipfel halt immer schnell, wie beschränkt und erbärmlich seine eigene Existenz doch eigentlich ist. Davon will er aber nichts wissen, das ist die eine Erkenntnis, die die ganze Zeit auf ihren Einsatz wartet und die um jeden Preis am Auftritt gehindert werden muss.
Deshalb hat der birnenförmige Eimer voll Ersatzfett absolut kein Interesse daran, Freundschaften zu schließen, Er ist immer nur auf der Suche nach neuen Untertanen, die ihm – neben allen möglichen Hilfsstellungen und Dienstleistungen versteht sich – vor allem die kostbare Anerkennung zollen sollen, auf die er so angewiesen ist wie gesunde Menschen auf die Luft zum Atmen, den sein Selbstbild ist genau so instabil wie der Stand unseres Butterbengels auf den zwei leidgeprüften Kackstelzen, die die Bezeichnung Beine ja genausowenig verdienen, wie man einen Hundehaufen als Schokopudding bezeichnet.   

Um diese Untertanen zu rekrutieren, benutzt der fast 30jährige selbsterklärte Lord der Schimmelschanze genau dieselbe Strategie wie damals das zwölfjährige Speckbobbele auf der baumschule: Er will sein Gegenüber beeindrucken, indem er renommiert, prahlt, insgesamt angibt wie eine Tüte malariaverseuchter Mücken.
 Das Problem dabei ist halt, dass heute ein völlig verbumfeiter, arbeits- und perspektivloser und mittlerweile grotesk aufgedunsener Sonderschulversager jeden lieben langen Tag in den Trümmern seines völlig verpfuschten Lebens im einzigen noch bewohnbaren Zimmer eines abbruchreifen Bauernkottens am Arsche der Welt das Internet gegen sich aufbringt, indem er lauthals und inzwischen absolut schamfrei die durch nichts gestützte Ansicht herausposaunt, ein toller Kerl zu sein, den man bewundern sollte. Ach, und Geld will er auch geschenkt haben, das versteht sich ja von selbst.

Und genau unter diesen Vorzeichen läuft dann auch sein Treffen mit dieser pferdegesichtigen Mulle ab, die auf den ersten Blick auf mehr als einen User wie ein schlaksiger Norweger in Frauenkleidung wirkt. Ist aber tatsächlich eine waschechte Mulle, weswegen sich der aufgeräumte Gütelord natürlich postwendend bereit erklärt, mit ihr auf einem Foto zu posieren, sie darf gern vorbeikommen.
Genau für solche Gelegenheiten will er ja überhaupt nur die Bobbgornmaschine angeschafft haben, weil das so nett und reizend ist, wenn man Gäste zu einem launigen Filmabend empfängt. 
Rollo, Aller, Gäste in der Schanze, man kann es sich doch wirklich nicht mehr ausdenken. Dass die für die Dauer der Filmvorführung irgendwo herumstehen müssten, weil seine Abrissbirne von Arsch den einzigen in der gesamten Schanze verbliebenen Sitzplatz vollumfänglich okkupiert und bestimmt bald genauso zerstoßen, zermörsert haben wird wie alle anderen auch, das kommt unserem Oberprallo nicht in den Sinn. Also, nur für den Fall, dass es tatsächlich noch irgendwelche komplett kapottgesoffenen Protestanten gäbe, die einer solchen Einladung überhaupt Folge leisten würden, aber so bekloppt sind wohl selbst Protestanten nicht, godverdomme.

Nachdem diese anfänglichen Nettigkeiten ausgetauscht sind, hat der Schimmelkönig gute zehn Minuten Zeit, die Junaumulle für sich zu gewinnen, indem er nach Art und Sitte der Schulkinder anfängt anzugeben. Dazu wird erst die Wohngammelspielküche als eine Art Hightech-Zentrale präsentiert, indem Aleggsa was dazu sagen soll, dass überall Bildschirme stehen. Rollo, Aller, im selben Raum stapeln sich leergefressene Ja!-Konserven, deren Inhalt in Ermangelung eines funktionstüchtigen herdes kalt wie Hundefutter ihren Weg in den Arsch von Schmalzpauke gefunden haben, ja scheißdochrein, wie man diese übelstinkende Abraumhalde nun gerade als Hightech-Zentrale deklarieren kann geht doch wirklich über jeden Verstand.

Dann zählt Bummsdi allen Ernstes die tollen Spielsachen auf, die er sich alle gekauft hat – und schon wieder passt diese Liste zu einem Zwölfjährigen. Naguut, einem Zwölfjährigen, der einen Achtjährigen beeindrucken will. Fehlte eigentlich nur noch, dass er stolz sein Blechschwert präsentiert.
Haaalt, Stop, vorher müssen ja noch die Abozahlen erwähnt werden, denn da hat keiner mehr als Reiner. Es hat auch keiner eine solche Fluktuation wie Reiner, der in den letzten Wochen mehr Abonnenten gebannt hat, als der durchschnittliche Junau-Scheißkopf im Leben ansammelt. 
Seinen TS will der Wamparsch zumachen, weil da nur noch „Scheiße gebaut“ wird, er also mählich eingesehen hat, dass er da kein wohlwollendes Publikum, sondern nur eine Bande speichelleckerischer Zinker und scheinheiliger Sykophanten der übelsten Sorte gesammelt hat. Wie um alles in der Welt er auf die Idee kommt, seine Abonnenten seien aus ganz anderem Holz geschnitzt, man fragt es sich, man weiß es nicht. Er ist halt sehr, sehr domm.

Domm genug, für seine Beliebtheit und sein Ansehen bewundert zu werden, obwohl vor nicht mal nem Monat eine fast tausendköpfige Bagage aus Kuchensöhnen den Weg in sein Drecksloch von Bauernkaff gefunden hat, nur um sich gemeinsam in ihrer geteilten Abneigung für den Speckbeppo zu ergehen.
Solche unliebsamen Wahrheiten werden jetzt einfach ausgeblendet, der Rekrutierlord ist obenauf und in diesem Wohlgefühl versteigt er sich zu altem, neuem Lustgewinn: Der Ankündigungslord ist zurück! Für den war ja schon immer die Ankündigung eines Vorhabens gleichbedeutend mit dessen erfolgreicher Umsetzung und dem Erlebendes dazugehörigen Erfüllungsglücks. Den Unterschied zwischen Wunschtraum und Erfüllung hat er nie in sein Spatzenhönn gerendert gekriegt der arme, domme Knallkopp.

Und dementsprechend schwallt es jetzt aus dem verpickelten Mondgesicht mit der Irrsinnsfriese obendrauf auf die immer sparsamer dreinblickende Mulle ein, denn für den Ankündigungslord gibt es schlechterdings keinen Unterschied zwischen der Ankündigung und dem Renommee mit Erfolgen. Die nur in seinem Klüterkopp existenten Höhepunkte und Pointen der geplanten Fidios präsentiert er, als gäbe es die bereits und will allen Ernstes Lacherfolge dafür einheimsen.
Aber mit welchen echten Erfolgsgeschichten sollte er auch Eindruck schinden? Jaguut, da gab es jüngst dieses Fenntreffen im Ort mit fast tausend Teilnehmern, aber selbst der Lügenlord traut sich nicht, dieses Debakel zu seinen Gunsten umzudeuteln. Da erzählt er lieber eine kleine aber feine Lüge von seinem anstehenden Termin mit dem Steuerberater.

Was gäbs noch an Erfolgen zu vermelden? Tja, pöööh, im August gabs einen warmen Schauer, was die Koouuuln anbelangt; ja domm nur, dass er die gleich alle wieder rausgeblasen hat, weil ihm Bezeh und Henndi „verreckt“ sind. Nein, sind sie nicht, du erzbekloppter und abgrundtief verlogener Pflaumenaugust, du hast sie kapott gemacht. Aber solche Details verschweigt er ebenso, wie die Tatsache, dass er die schönen Koouuuln ja auch mitnichten „verdient“, sondern einfach unverdient geschenkt bekommen hat, dass er sie erbetteln musste.     

Höhepunkt dieser hochnotpeinlichen Selbstinszenierung ist dann eine Schauspielinszenierung, in der sich der Arschsack im Angesicht des unvorhersehbaren Schicksalsschlags vor die Stirn patscht. Schade, dass die Mulle da grad nicht aufgepasst hat, da muss er diese traurige Nummer wiederholen – sie zieht aber auch bei der Wiederholung nicht besser als beim ersten Mal.

Und dann ist die hundserbärmliche Aufschneiderei endlich vorbei und der Arschlord geht off, aller Wahrscheinlichkeit nach, um zu dem Standbild der lächelnden Mulle den Späher in die Patschehand zu nehmen und so lange daran herumzudrücken und zu reiben, bis dieser grindige Trauerpilz sein müdes Köpfchen doch nochmal ein wenig hebt, um ein paar Tropfen schwärenden Drachenspeiber abzusondern. Die fängt er dann mit einem Stück Küchenkrepp auf, die natürlich in der Hightechzentrale bereitsteht.
Wenn doch nur endlich jemand käme, ihm den Router von der Wand zu reißen, godverdomme.
  

Samstag, 29. September 2018

Nochn Gedicht



Schon Martin Opitz, der große Revolutionierer deutscher Dichtkunst, wußte es: Um das eigene Niveau hochzuhalten, muß der deutsche Dichter eigentlich ununterbrochen tätig sein. 
Und wenn er mal keinen zündenden Einfall haben, wenn sich partout kein fruchtbarer Gedankengang einstellen will, den lyrisch zu verdichten es verlohnte – dann hat er seiner Kunst gegenüber die Pflicht, statt eines Originaltextes die hochklassige Übersetzung eines kanonisierten Hochkaräters anzufertigen.
Es sei:


Gesterntag
all mein Sorgen in der Ferne lag,
nun schauts aus, als ob es bleiben mag,
Oh ja, ich glaub an Gesterntag.

Plötzenlich
bin'ch nicht halb so Mann wie géwöhnlich,
da's ein Schatten, der zieht über mich,
Oh, Gesterntag kam plötzenlich

Warum
Sie mußt' geh'n, nicht versteh'n, sie hat nichts gesagt.
Ich sprach
etwas schlecht und jetzt möcht'
ich Gesternta-ha-ha-hag,

Gesterntag
schien die Liebe leicht wie Fliegendreck,
heute brauch ich ein Geheimversteck.
Oh ja, ich glaub an Gesterntag.

Freitag, 28. September 2018

Tiefkühlpizza



Damals auf dem Altsprachlichen war DrOll heftig verliebt in ein Mödchen aus gutem Hause. Konnte er sich natürlich gleich abschminken. Hat er aber nicht gleich gemacht.
 
Gestern hat er in einem Moment persönlicher Schwäche, die in letzter Zeit häufiger sind, als er es selber wahrhaben will, den Namen dieses Mödchens in seine Internetz-Suchmaschinenmaske getippt. Ein schwacher aber deutlicher Trost, dass aus dem Mödchen auch nichts Rechtes geworden ist. Ein schon etwas älterer Eintrag wies sie als Veranstalterin sogenannter „Poetry-Slams“ in einer süddeutschen Kreisstadt aus. Auf einem „Poetry-Slam“ war DrOll noch nie und kennt auch keinen, der zu sowas hinginge und wird auch niemals hingehen, weil er dafür die edle Dichtkunst und seine nicht minder edle Muttersprache viel zu lieb hat.

Jedenfalls präsentierten das Mödchen und ihre Mitstreiter sich im Netz auf so verkrampfte Weise als chic und hip und achweißgottwas, dass man der ganzen fürchterlichen Chose eigentlich nur ansah, wie wenig chic und hip und sonstsozeugs diese ganzen Frei- und Teilzeitdichter eigentlich sind. Diese Unmodigkeit war ja auch einer der Gründe, warum sich DrOll als JungDrOll zu diesem Mödchen hingezogen fühlte.
Ihre poetischen Ambitionen nimmt er ihr jetzt übel. Sie ist eigentlich schlau genug, um zu wissen, dass es eine unverzichtbare Voraussetzung dafür gibt, lesenswerte Literatur zu produzieren: Man muss dafür einiges an Unbill verkraftet haben und immer mal wieder rechtschaffen unglücklich sein. 
Instinktiv wissen das sogar so talentbefreite Schmieranten wie zB Durs Grünbein und werden deshalb nicht müde, ihre lückenlos auf der Sonnenseite des Lebens verbrachte Vergangenheit in eine Leidensgeschichte umzulügen.
Das Mödchen aus DrOlls Vergangenheit aber ist von Unbill unberührt. Sie ist so privilegiert und folglich so edel und erhaben, dass sie vermutlich all ihr Lebetag noch nie eine Tiefkühlpizza gegessen hat.

Was eine Tiefkühlpizza ist, weiß wohl ein jeder. Immerhin sind ja genug davon im Umlauf. 
Geht man davon aus, daß eine handelsübliche Tiefkühlpizza ungefähr 1/3 kg wiegt, ergibt sich durch die Aufrechnung der letztjährigen Produktionsmasse in Tonnen auf die gesamtdeutsche Bevölkerung ein durchschnittlicher Pro-Kopf-Verbrauch von pro Jahr einem knappen Dutzend Tiefkühlpizzen.

DrOll weiß, dass diese Statistik rechnerisch richtig, aber bedeutungstechnisch der pure Quatsch ist. Deutsche unter zwölf haben kein Geld und Deutsche über 60 kein Verdauungssystem für Tiefkühlpizza. Als Käufer und Esser kommen nur Leute zwischen 15 und 60, also pi mal Daumen nur die Hälfte aller Deutschen in Frage, was den durchschnittlichen Pro-Kopf-Verbrauch auf eine Pizza alle 14 Tage verdoppelt.

Als Aldi-, Real- und Rewekunde kennt DrOll allerdings das Kaufverhalten des typischen Tiefkühlpizzaessers recht gut, was ihn zu der Annahme bewegt, dass diese Tiefkühlpizzaesser entweder mit schöner Regelmäßigkeit ihren Halbjahresbedarf in einem einzigen Einkauf erledigen, oder dass eben der Durchschnittskonsum der Tiefkühlpizzaesser ungefähr das Sechsfache des errechneten Durchschnittswerts beträgt. 
Das hieße, dass der Durchschnittsdeutsche eben nur hin und wieder mal eine Tiefkühlpizza verzehrt, während es eine Subpopulation deutscher Tiefkühlpizzaesser gibt, deren regelmäßiger Konsum den Löwenanteil der Produktion aufbraucht. Diese Population würde, geht man wie gesagt von drei Tiefkühlpizzen pro Mann pro Woche aus, ungefähr ebenso groß sein wie die Anzahl der Deutschen, die ihren Lebensunterhalt von Transferleistungen bestreiten müssen. DrOll liebt es, wenn eine Rechnung aufgeht.

DrOll hat etwas gemeinsam mit dem Edelmödchen aus seiner Vergangenheit. Nicht nur die Schreiberey, sondern auch die Tatsache, dass sie beide keine Tiefkühlpizzen essen. Überhaupt keine. DrOll meidet Tiefkühlpizzen wie der Muselmann das Mettbrötchen. Ihm bedeutet der regelmäßige Konsum von Tiefkühlpizza einen sicheren Indikator für mangelnden Selbstrespekt. Die eigene Ernährung lässt man nicht zum Opfer des inneren Schweinehunds werden. Wer Tiefkühlpizza kauft, begibt sich auf denselben Weg wie der Trinker, der irgendwann von einem Gläschen zuviel in guter Gesellschaft oder einem großen Cognac erst nach dem Essen -irgendwann auch schon nach dem Brunch- dazu übergeht, den Durst mit Weizenkornbrand aus dem untersten Regal zu stillen, für dessen Verzehr nur spricht, dass er unerreicht billig ist und schön besoffen macht. Oder auch: Wer Tiefkühlpizza kauft, weil er zu faul ist, sich eine anständige Mahlzeit zuzubereiten, ist alsbald auch zu faul dazu, den Weg vom Bildschirm zur Toilette zurückzulegen und pisst tagsüber in leere Punicaflaschen, die neben dem Lümmelsessel stehen.
DrOlls Verzicht auf Tiefkühlpizza geschieht also aus demselben Grund, aus dem das Edelmödchen seinerzeit auf DrOll verzichtete: reiner, unverfälschter Dünkel.
Fühlt gut.

Donnerstag, 27. September 2018

Lyrisches Intermezzo



Als unlängst eine kleine Feierlichkeit anlässlich des 178. Geburtstags seiner ja wirklich gottvoll verbummfeiten Majestät Wilhelm von Oranien-Nassau statt- und ich mich dort unversehens in einem enthusiasmierten Kreis einiger Leser wiederfand, bat deren einer mich, doch bei Gelegenheit ein Zeichen für die Völkerverständigung zu setzen und zu diesem Zwecke zunächst die niederländische Nationalhymne ins Deutsche und hernach das Deutschlandlied ins Niederländische zu übertragen, was nunmehr hier geschehen soll.

„Aber, Herr Doggder“, so höre ich nun förmlich den einen oder anderen Leser fragen, „sind Sie denn des Niederländischen mächtig?“

Dieser Frage kann ich nur entgegnen, dass jeder Deutsche, der seine Kindheit am Westufer des Rheins verbracht hat, über diese Sprache gefälligst so sicher verfügen sollte, dass ihm die geforderte literarische Fingerübung leicht von der Hand geht.

„Aber, Herr Doggder“, mag jetzt erneut der Einwand lauten, „fürchten Sie denn nicht, mit einer derart steilen Forderung jene Teile Ihrer Leserschaft zu verprellen, die zwar linksrheinisch aufgewachsen sind, aber dennoch keine auch noch so geringen Niederländischkenntnisse haben?“

Die Antwort auf dieses Bedenken ist ein klares und deutliches Nein. Menschen mit so beschränktem Horizont und so geringer sprachlicher Auffassungsgabe gehören von vornherein nicht zu meinen Lesern.



Het lied van de Duitsers

Eenig zijn en recht en vrijheid
Voor het Duitse vaderland!
Danaar will’n we all’maal streven,
Broederlijk met hart en hand!
Eenig zijn en recht en vrijheid
Stond op ons geld aan het rand!
Bloei in de stralen van deze gelukke,
Bloei, je Duitse vaderland!



Dat Wilhelmüs

Wilhelmüs von Nassauen bin ich, von deutschem Blut.
Dem Vaterland getrauen bleib ich, bis weh es tut.
Ein Prinzling von Orangen bin ich, frei ohne Wert,
Den Kö-hö-hö-hönig von Hispanien hab ich allzeit geehrt.