Dienstag, 2. Oktober 2018

Reiner und der Besuch (02.10.18)



Bummsdi in aufgeräumter, heiterer Stimmung ist nur schwer zu ertragen. Es wird ein wenig erträglicher durch die Tatsache, dass er nur dehalb in so aufgeräumter Stimmung ist, weil er mal wieder nicht merkt, wie eine Mulle ihn verarscht – aber es bleibt schwer zu ertragen, auch weil die ihn verarschende Mulle so halbherzig und eigennützig dabei vorgeht. 
Kann natürlich sein, dass die Fut einfach a weng domm ist, wer weiß das schon genau und wer will das ausschließen bei irgendeinem beliebigen Nutzer der Plattform Junau, dieser Jauchegrube des deutschsprachigen Schleppinternetzes, in dem sich der ganze nutzlose Beifang und mutierte Drecksabraum verfängt, den man einfach fein kuttern und mit in die Thunfischbüchse stopfen sollte und dann vergessen, dass man ihn je zu Gesicht bekommen, godverdomme.

In aufgeräumter, ja heiterer Stimmung ist unser dicker, fetter Pfannkuchen in erster Linie ja auch nur des feinen Zuckers und reichlichen Erstazfettes wegen, die er sich in rauhen Mengen zwischen die missgestalteten Kiefer schiebt, während er voller Stoltz den Tand und Talmi aufzählt, für den er die erbettelten Koouuuln des letzten Monats zum Fenster rausgeschmissen hat. 

Da kommen also gleich zwei Glücklichmacher des zusammengeschrumpften Wingelkosmos zusammen: Fressi und Spielzeug. Sich in grober Missachtung der inzwischen gottserbärmlich prekären Lage diesen Treibbefriedigungen hinzugeben, hei, da lacht der Schwibbschwabbel über das ganze, teigige Mondgesicht, das hat er dem Leben abgetrotzt, dass er auch ohne Arbeit, Perspektive und völlig uneingedenk des desolaten Gesundheitszustands immer noch in den Trümmern seines verpfuschten Lebens herumhocken, sich Fett und Zucker in die Luke schüren und dabei haltlose Ankündigungen absondern kann.

Und weil der Schdriem mal wieder nicht so will wie er – vermutlich, weil seine gesamte EDV-Anlage derzeit nur von Kühlpaste, frommen Wünschen und dem schieren Bauernglück zusammengehalten wird – na, bequemt er sich halt als Gast in den Schdirem irgendeiner Trümmermulle, die gerade auf Junau das Kleingeld für ihre Urlaubskasse zusammenbettelt.

Und treibt dort natürlich und wie selbstverständlich nichts anderes, als er auch im eigenen Schdriem machen würde: Unsinn reden, Selbstdarstellung und natürlich stetige Kalorienzufuhr.
Bemerkenswert bleibt, dass sich an Speckbeppos sozialen Fähigkeiten genau nichts geändert hat. 
Wie auch? In seiner elenden Vereinsamung hat er ja gar nicht die Möglichkeit, seine Interaktionsfähigkeiten auszubauen. Der Suppengmubo verfügt nach wie vor über genau zwei Möglichkeiten, mit seinen Mitmenschen zu interagieren.

1.) Defensive: Dabei ist der Schwibbschwabbel sich von vornherein sicher, dass ihm in lLaufe des Gesprächs eine reige berechtigter Vorwürfe gemacht werden, weswegen er vonm Anfang an missgelaunt, einsilbig und verhalten aggressiv ist und auf jede gelegenheit wartet, das Gegenüber zu schmähen, schmälern oder sonstwie zu fronten. Höhepunkt solcher Gespräche ist dann, dass er wie ein spastischer Seelöwe die Vorderpfoten gegeneinanderpatscht.

2.) Rekrutierung: Andere, gesunde Menschen lernen gern neue Leute kennen, um neue Meinungen und Ansichten kennenzulernen, sich auszutauschen, charakterlich zu wachsen. Und wenn man dann feststellt, dass das Gegenüber gut zu einem passt, entwickeln sich Freundschaften.
Bei unserem Schandsack ist das anders: Der hat an anderen Ansichten, Meinungen, Erfahrungen genau null Interesse. Mit solchen an sich interessanten Dingen konfrontiert, merkt der Bauernzipfel halt immer schnell, wie beschränkt und erbärmlich seine eigene Existenz doch eigentlich ist. Davon will er aber nichts wissen, das ist die eine Erkenntnis, die die ganze Zeit auf ihren Einsatz wartet und die um jeden Preis am Auftritt gehindert werden muss.
Deshalb hat der birnenförmige Eimer voll Ersatzfett absolut kein Interesse daran, Freundschaften zu schließen, Er ist immer nur auf der Suche nach neuen Untertanen, die ihm – neben allen möglichen Hilfsstellungen und Dienstleistungen versteht sich – vor allem die kostbare Anerkennung zollen sollen, auf die er so angewiesen ist wie gesunde Menschen auf die Luft zum Atmen, den sein Selbstbild ist genau so instabil wie der Stand unseres Butterbengels auf den zwei leidgeprüften Kackstelzen, die die Bezeichnung Beine ja genausowenig verdienen, wie man einen Hundehaufen als Schokopudding bezeichnet.   

Um diese Untertanen zu rekrutieren, benutzt der fast 30jährige selbsterklärte Lord der Schimmelschanze genau dieselbe Strategie wie damals das zwölfjährige Speckbobbele auf der baumschule: Er will sein Gegenüber beeindrucken, indem er renommiert, prahlt, insgesamt angibt wie eine Tüte malariaverseuchter Mücken.
 Das Problem dabei ist halt, dass heute ein völlig verbumfeiter, arbeits- und perspektivloser und mittlerweile grotesk aufgedunsener Sonderschulversager jeden lieben langen Tag in den Trümmern seines völlig verpfuschten Lebens im einzigen noch bewohnbaren Zimmer eines abbruchreifen Bauernkottens am Arsche der Welt das Internet gegen sich aufbringt, indem er lauthals und inzwischen absolut schamfrei die durch nichts gestützte Ansicht herausposaunt, ein toller Kerl zu sein, den man bewundern sollte. Ach, und Geld will er auch geschenkt haben, das versteht sich ja von selbst.

Und genau unter diesen Vorzeichen läuft dann auch sein Treffen mit dieser pferdegesichtigen Mulle ab, die auf den ersten Blick auf mehr als einen User wie ein schlaksiger Norweger in Frauenkleidung wirkt. Ist aber tatsächlich eine waschechte Mulle, weswegen sich der aufgeräumte Gütelord natürlich postwendend bereit erklärt, mit ihr auf einem Foto zu posieren, sie darf gern vorbeikommen.
Genau für solche Gelegenheiten will er ja überhaupt nur die Bobbgornmaschine angeschafft haben, weil das so nett und reizend ist, wenn man Gäste zu einem launigen Filmabend empfängt. 
Rollo, Aller, Gäste in der Schanze, man kann es sich doch wirklich nicht mehr ausdenken. Dass die für die Dauer der Filmvorführung irgendwo herumstehen müssten, weil seine Abrissbirne von Arsch den einzigen in der gesamten Schanze verbliebenen Sitzplatz vollumfänglich okkupiert und bestimmt bald genauso zerstoßen, zermörsert haben wird wie alle anderen auch, das kommt unserem Oberprallo nicht in den Sinn. Also, nur für den Fall, dass es tatsächlich noch irgendwelche komplett kapottgesoffenen Protestanten gäbe, die einer solchen Einladung überhaupt Folge leisten würden, aber so bekloppt sind wohl selbst Protestanten nicht, godverdomme.

Nachdem diese anfänglichen Nettigkeiten ausgetauscht sind, hat der Schimmelkönig gute zehn Minuten Zeit, die Junaumulle für sich zu gewinnen, indem er nach Art und Sitte der Schulkinder anfängt anzugeben. Dazu wird erst die Wohngammelspielküche als eine Art Hightech-Zentrale präsentiert, indem Aleggsa was dazu sagen soll, dass überall Bildschirme stehen. Rollo, Aller, im selben Raum stapeln sich leergefressene Ja!-Konserven, deren Inhalt in Ermangelung eines funktionstüchtigen herdes kalt wie Hundefutter ihren Weg in den Arsch von Schmalzpauke gefunden haben, ja scheißdochrein, wie man diese übelstinkende Abraumhalde nun gerade als Hightech-Zentrale deklarieren kann geht doch wirklich über jeden Verstand.

Dann zählt Bummsdi allen Ernstes die tollen Spielsachen auf, die er sich alle gekauft hat – und schon wieder passt diese Liste zu einem Zwölfjährigen. Naguut, einem Zwölfjährigen, der einen Achtjährigen beeindrucken will. Fehlte eigentlich nur noch, dass er stolz sein Blechschwert präsentiert.
Haaalt, Stop, vorher müssen ja noch die Abozahlen erwähnt werden, denn da hat keiner mehr als Reiner. Es hat auch keiner eine solche Fluktuation wie Reiner, der in den letzten Wochen mehr Abonnenten gebannt hat, als der durchschnittliche Junau-Scheißkopf im Leben ansammelt. 
Seinen TS will der Wamparsch zumachen, weil da nur noch „Scheiße gebaut“ wird, er also mählich eingesehen hat, dass er da kein wohlwollendes Publikum, sondern nur eine Bande speichelleckerischer Zinker und scheinheiliger Sykophanten der übelsten Sorte gesammelt hat. Wie um alles in der Welt er auf die Idee kommt, seine Abonnenten seien aus ganz anderem Holz geschnitzt, man fragt es sich, man weiß es nicht. Er ist halt sehr, sehr domm.

Domm genug, für seine Beliebtheit und sein Ansehen bewundert zu werden, obwohl vor nicht mal nem Monat eine fast tausendköpfige Bagage aus Kuchensöhnen den Weg in sein Drecksloch von Bauernkaff gefunden hat, nur um sich gemeinsam in ihrer geteilten Abneigung für den Speckbeppo zu ergehen.
Solche unliebsamen Wahrheiten werden jetzt einfach ausgeblendet, der Rekrutierlord ist obenauf und in diesem Wohlgefühl versteigt er sich zu altem, neuem Lustgewinn: Der Ankündigungslord ist zurück! Für den war ja schon immer die Ankündigung eines Vorhabens gleichbedeutend mit dessen erfolgreicher Umsetzung und dem Erlebendes dazugehörigen Erfüllungsglücks. Den Unterschied zwischen Wunschtraum und Erfüllung hat er nie in sein Spatzenhönn gerendert gekriegt der arme, domme Knallkopp.

Und dementsprechend schwallt es jetzt aus dem verpickelten Mondgesicht mit der Irrsinnsfriese obendrauf auf die immer sparsamer dreinblickende Mulle ein, denn für den Ankündigungslord gibt es schlechterdings keinen Unterschied zwischen der Ankündigung und dem Renommee mit Erfolgen. Die nur in seinem Klüterkopp existenten Höhepunkte und Pointen der geplanten Fidios präsentiert er, als gäbe es die bereits und will allen Ernstes Lacherfolge dafür einheimsen.
Aber mit welchen echten Erfolgsgeschichten sollte er auch Eindruck schinden? Jaguut, da gab es jüngst dieses Fenntreffen im Ort mit fast tausend Teilnehmern, aber selbst der Lügenlord traut sich nicht, dieses Debakel zu seinen Gunsten umzudeuteln. Da erzählt er lieber eine kleine aber feine Lüge von seinem anstehenden Termin mit dem Steuerberater.

Was gäbs noch an Erfolgen zu vermelden? Tja, pöööh, im August gabs einen warmen Schauer, was die Koouuuln anbelangt; ja domm nur, dass er die gleich alle wieder rausgeblasen hat, weil ihm Bezeh und Henndi „verreckt“ sind. Nein, sind sie nicht, du erzbekloppter und abgrundtief verlogener Pflaumenaugust, du hast sie kapott gemacht. Aber solche Details verschweigt er ebenso, wie die Tatsache, dass er die schönen Koouuuln ja auch mitnichten „verdient“, sondern einfach unverdient geschenkt bekommen hat, dass er sie erbetteln musste.     

Höhepunkt dieser hochnotpeinlichen Selbstinszenierung ist dann eine Schauspielinszenierung, in der sich der Arschsack im Angesicht des unvorhersehbaren Schicksalsschlags vor die Stirn patscht. Schade, dass die Mulle da grad nicht aufgepasst hat, da muss er diese traurige Nummer wiederholen – sie zieht aber auch bei der Wiederholung nicht besser als beim ersten Mal.

Und dann ist die hundserbärmliche Aufschneiderei endlich vorbei und der Arschlord geht off, aller Wahrscheinlichkeit nach, um zu dem Standbild der lächelnden Mulle den Späher in die Patschehand zu nehmen und so lange daran herumzudrücken und zu reiben, bis dieser grindige Trauerpilz sein müdes Köpfchen doch nochmal ein wenig hebt, um ein paar Tropfen schwärenden Drachenspeiber abzusondern. Die fängt er dann mit einem Stück Küchenkrepp auf, die natürlich in der Hightechzentrale bereitsteht.
Wenn doch nur endlich jemand käme, ihm den Router von der Wand zu reißen, godverdomme.
  

Samstag, 29. September 2018

Nochn Gedicht



Schon Martin Opitz, der große Revolutionierer deutscher Dichtkunst, wußte es: Um das eigene Niveau hochzuhalten, muß der deutsche Dichter eigentlich ununterbrochen tätig sein. 
Und wenn er mal keinen zündenden Einfall haben, wenn sich partout kein fruchtbarer Gedankengang einstellen will, den lyrisch zu verdichten es verlohnte – dann hat er seiner Kunst gegenüber die Pflicht, statt eines Originaltextes die hochklassige Übersetzung eines kanonisierten Hochkaräters anzufertigen.
Es sei:


Gesterntag
all mein Sorgen in der Ferne lag,
nun schauts aus, als ob es bleiben mag,
Oh ja, ich glaub an Gesterntag.

Plötzenlich
bin'ch nicht halb so Mann wie géwöhnlich,
da's ein Schatten, der zieht über mich,
Oh, Gesterntag kam plötzenlich

Warum
Sie mußt' geh'n, nicht versteh'n, sie hat nichts gesagt.
Ich sprach
etwas schlecht und jetzt möcht'
ich Gesternta-ha-ha-hag,

Gesterntag
schien die Liebe leicht wie Fliegendreck,
heute brauch ich ein Geheimversteck.
Oh ja, ich glaub an Gesterntag.

Freitag, 28. September 2018

Tiefkühlpizza



Damals auf dem Altsprachlichen war DrOll heftig verliebt in ein Mödchen aus gutem Hause. Konnte er sich natürlich gleich abschminken. Hat er aber nicht gleich gemacht.
 
Gestern hat er in einem Moment persönlicher Schwäche, die in letzter Zeit häufiger sind, als er es selber wahrhaben will, den Namen dieses Mödchens in seine Internetz-Suchmaschinenmaske getippt. Ein schwacher aber deutlicher Trost, dass aus dem Mödchen auch nichts Rechtes geworden ist. Ein schon etwas älterer Eintrag wies sie als Veranstalterin sogenannter „Poetry-Slams“ in einer süddeutschen Kreisstadt aus. Auf einem „Poetry-Slam“ war DrOll noch nie und kennt auch keinen, der zu sowas hinginge und wird auch niemals hingehen, weil er dafür die edle Dichtkunst und seine nicht minder edle Muttersprache viel zu lieb hat.

Jedenfalls präsentierten das Mödchen und ihre Mitstreiter sich im Netz auf so verkrampfte Weise als chic und hip und achweißgottwas, dass man der ganzen fürchterlichen Chose eigentlich nur ansah, wie wenig chic und hip und sonstsozeugs diese ganzen Frei- und Teilzeitdichter eigentlich sind. Diese Unmodigkeit war ja auch einer der Gründe, warum sich DrOll als JungDrOll zu diesem Mödchen hingezogen fühlte.
Ihre poetischen Ambitionen nimmt er ihr jetzt übel. Sie ist eigentlich schlau genug, um zu wissen, dass es eine unverzichtbare Voraussetzung dafür gibt, lesenswerte Literatur zu produzieren: Man muss dafür einiges an Unbill verkraftet haben und immer mal wieder rechtschaffen unglücklich sein. 
Instinktiv wissen das sogar so talentbefreite Schmieranten wie zB Durs Grünbein und werden deshalb nicht müde, ihre lückenlos auf der Sonnenseite des Lebens verbrachte Vergangenheit in eine Leidensgeschichte umzulügen.
Das Mödchen aus DrOlls Vergangenheit aber ist von Unbill unberührt. Sie ist so privilegiert und folglich so edel und erhaben, dass sie vermutlich all ihr Lebetag noch nie eine Tiefkühlpizza gegessen hat.

Was eine Tiefkühlpizza ist, weiß wohl ein jeder. Immerhin sind ja genug davon im Umlauf. 
Geht man davon aus, daß eine handelsübliche Tiefkühlpizza ungefähr 1/3 kg wiegt, ergibt sich durch die Aufrechnung der letztjährigen Produktionsmasse in Tonnen auf die gesamtdeutsche Bevölkerung ein durchschnittlicher Pro-Kopf-Verbrauch von pro Jahr einem knappen Dutzend Tiefkühlpizzen.

DrOll weiß, dass diese Statistik rechnerisch richtig, aber bedeutungstechnisch der pure Quatsch ist. Deutsche unter zwölf haben kein Geld und Deutsche über 60 kein Verdauungssystem für Tiefkühlpizza. Als Käufer und Esser kommen nur Leute zwischen 15 und 60, also pi mal Daumen nur die Hälfte aller Deutschen in Frage, was den durchschnittlichen Pro-Kopf-Verbrauch auf eine Pizza alle 14 Tage verdoppelt.

Als Aldi-, Real- und Rewekunde kennt DrOll allerdings das Kaufverhalten des typischen Tiefkühlpizzaessers recht gut, was ihn zu der Annahme bewegt, dass diese Tiefkühlpizzaesser entweder mit schöner Regelmäßigkeit ihren Halbjahresbedarf in einem einzigen Einkauf erledigen, oder dass eben der Durchschnittskonsum der Tiefkühlpizzaesser ungefähr das Sechsfache des errechneten Durchschnittswerts beträgt. 
Das hieße, dass der Durchschnittsdeutsche eben nur hin und wieder mal eine Tiefkühlpizza verzehrt, während es eine Subpopulation deutscher Tiefkühlpizzaesser gibt, deren regelmäßiger Konsum den Löwenanteil der Produktion aufbraucht. Diese Population würde, geht man wie gesagt von drei Tiefkühlpizzen pro Mann pro Woche aus, ungefähr ebenso groß sein wie die Anzahl der Deutschen, die ihren Lebensunterhalt von Transferleistungen bestreiten müssen. DrOll liebt es, wenn eine Rechnung aufgeht.

DrOll hat etwas gemeinsam mit dem Edelmödchen aus seiner Vergangenheit. Nicht nur die Schreiberey, sondern auch die Tatsache, dass sie beide keine Tiefkühlpizzen essen. Überhaupt keine. DrOll meidet Tiefkühlpizzen wie der Muselmann das Mettbrötchen. Ihm bedeutet der regelmäßige Konsum von Tiefkühlpizza einen sicheren Indikator für mangelnden Selbstrespekt. Die eigene Ernährung lässt man nicht zum Opfer des inneren Schweinehunds werden. Wer Tiefkühlpizza kauft, begibt sich auf denselben Weg wie der Trinker, der irgendwann von einem Gläschen zuviel in guter Gesellschaft oder einem großen Cognac erst nach dem Essen -irgendwann auch schon nach dem Brunch- dazu übergeht, den Durst mit Weizenkornbrand aus dem untersten Regal zu stillen, für dessen Verzehr nur spricht, dass er unerreicht billig ist und schön besoffen macht. Oder auch: Wer Tiefkühlpizza kauft, weil er zu faul ist, sich eine anständige Mahlzeit zuzubereiten, ist alsbald auch zu faul dazu, den Weg vom Bildschirm zur Toilette zurückzulegen und pisst tagsüber in leere Punicaflaschen, die neben dem Lümmelsessel stehen.
DrOlls Verzicht auf Tiefkühlpizza geschieht also aus demselben Grund, aus dem das Edelmödchen seinerzeit auf DrOll verzichtete: reiner, unverfälschter Dünkel.
Fühlt gut.

Donnerstag, 27. September 2018

Lyrisches Intermezzo



Als unlängst eine kleine Feierlichkeit anlässlich des 178. Geburtstags seiner ja wirklich gottvoll verbummfeiten Majestät Wilhelm von Oranien-Nassau statt- und ich mich dort unversehens in einem enthusiasmierten Kreis einiger Leser wiederfand, bat deren einer mich, doch bei Gelegenheit ein Zeichen für die Völkerverständigung zu setzen und zu diesem Zwecke zunächst die niederländische Nationalhymne ins Deutsche und hernach das Deutschlandlied ins Niederländische zu übertragen, was nunmehr hier geschehen soll.

„Aber, Herr Doggder“, so höre ich nun förmlich den einen oder anderen Leser fragen, „sind Sie denn des Niederländischen mächtig?“

Dieser Frage kann ich nur entgegnen, dass jeder Deutsche, der seine Kindheit am Westufer des Rheins verbracht hat, über diese Sprache gefälligst so sicher verfügen sollte, dass ihm die geforderte literarische Fingerübung leicht von der Hand geht.

„Aber, Herr Doggder“, mag jetzt erneut der Einwand lauten, „fürchten Sie denn nicht, mit einer derart steilen Forderung jene Teile Ihrer Leserschaft zu verprellen, die zwar linksrheinisch aufgewachsen sind, aber dennoch keine auch noch so geringen Niederländischkenntnisse haben?“

Die Antwort auf dieses Bedenken ist ein klares und deutliches Nein. Menschen mit so beschränktem Horizont und so geringer sprachlicher Auffassungsgabe gehören von vornherein nicht zu meinen Lesern.



Het lied van de Duitsers

Eenig zijn en recht en vrijheid
Voor het Duitse vaderland!
Danaar will’n we all’maal streven,
Broederlijk met hart en hand!
Eenig zijn en recht en vrijheid
Stond op ons geld aan het rand!
Bloei in de stralen van deze gelukke,
Bloei, je Duitse vaderland!



Dat Wilhelmüs

Wilhelmüs von Nassauen bin ich, von deutschem Blut.
Dem Vaterland getrauen bleib ich, bis weh es tut.
Ein Prinzling von Orangen bin ich, frei ohne Wert,
Den Kö-hö-hö-hönig von Hispanien hab ich allzeit geehrt.


Mittwoch, 26. September 2018

Reiner und absolut nichts Neues (26.09.18)



Die Sonne verliert zusehends an Kraft, die ersten Herbststürme ziehen ins Land und die Gedanken aller braven und rechtschaffenen Bürgersleut sind auf die Vorbereitung des Winters gerichtet.
Bummsdi hingegen ist völlig übermüdet, weil er mitten in der Nacht die Plasteplanen von seinem Zaun pflücken musste, bevor der Wind sie als Segel verwendet und die Trümmer seiner Einfriedung vollends ins Verderben segeln. 
Und weil die Innentemperatur der Schanze auch ohne Bodenfrost schon richtig unangenehm sein dürfte, konnte er danach nimmer einschlafen, der arme, dumme Knallkopp und hat sich stattdessen gähnend vor die Kämm gehockt, sich ein paar Brosamen zu erbetteln.

Der Bezeh-Gommbjuder funktioniert natürlich nach wie vor nicht. Na so eine Überraschung. Dass ein Sonderschulversager, der schon mit dem Aufwickeln von Zuckerwatte heillos überfordert ist, an der Aufgabe, Elektrobauteile ohne Bauanleitung zusammenzufügen, krachend scheitern würde, das konnte ja nun wirklich niemand ahnen.
Unklar bleibt nach wie vor, warum der dicke, fette Pfannkuchen partout darauf bestanden hat, sich überhaupt einzelne Bauteile zu kaufen, statt sich einfach ein fertig montiertes Gerät in der gewünschten Preisklasse frei Haus liefern zu lassen. Dass er die eigenen Fähigkeiten im Bereich Elektrobasteley sehr, sehr deutlich überschätzt haben dürfte, kann getrost angenommen werden. Neben der atemberaubenden Dommheit kommt hier aber womöglich noch ebenso atemberaubende Eitelkeit ins Spiel, gepaart mit dem immer dringender werdenden Bedürfnis, sein Umfeld endlich mal wieder erfolgreich zu übervorteilen und hereinzulegen. 

Die Montagearbeiten, so hat Schwibbschwabbel sich das möglicherweise gedacht, lässt er von einem „Gummbl“ erledigen – gibt ja heutzutag kaum einen bundesdeutschen Bekanntenkreis, in dem nicht ein meist junger und nicht besonders ansehnlicher Mann vorkommt, der mit derselben Begeisterung und demselben Eifer Bezeh-Gommbjuder bastelt wie andere, glücklichere Männer den Geschlechtsverkehr betreiben, den diese Bastler halt nie- niemals haben werden. 

So hätte der Ganzkörperarsch uns einfach zunächst die Einzelteile präsentiert und hernach das fertige Ergebnis. Womit er nicht gerechnet hat – weil er halt die einfachsten, deutlichsten Dinge nicht kommen sieht, der hageldumme Prallsack – ist die plötzliche Unlust der Basteljungfrau, die nach dem Schanzenfest und der plötzlichen Aufmerksamkeit, die auf den Wabbeloger gerichtet wird, keinen Bock mehr hat, sich gerade dieser Aufmerksamkeit völlig schutzlos auszuliefern, nur um in der Stinkeschanze uralte Komponenten zu verbauen, die der Pleitelord aus Kostengründen nicht mit ersetzt hat.

Also muss der kackendomme Kürbiskopp selber ran und scheitert natürlich postwendend. Wie auch sonst, er kriegt es ja nichtmal hin, sich dabei die Haare so zusammenzubinden, dass er nicht aussieht wie jemand, dem man in der Kantine der Bethelwerkstatt statt Messer und Gabel nur einen Löffel gestattet, der Palmenprallo.
Und natürlich schreitet dieses Scheitern fort und fort, je länger Bummsdi an dem Bezeh herumwergelt – es würde mich nicht wundern, wenn er inzwischen mindestens eines der Bauteile irreparabel beschädigt hat, wie er ja alles kapott kriegt, der arme, dumme Knallkopp.

Nur schade, dass unser Speckwubi so gar keine Frustrationstoleranz entwickelt hat und deshalb keinen Funken Durchahltevermögen besitzt, oder Selbstdisziplin, oder Willenskraft. Das ganze schöne Geld, das er in die Bauteile investiert hat, wird sich aller Wahrscheinlichkeit nach als Brandkauf erweisen, wenn nicht bald einer kommt und sich des Aufbauprojekts erbarmt. Noch einen weiteren Versuch wird der Wabbelwubi nicht unternehmen. Entweder es klappt jetzt oder pfff, scheiß drauf. Dann muss ihm irgendeiner, is ihm scheißegal wer, einen alten gebrauchten Bezeh-Gommbjuder schenken und er benutzt den. 

Natürlich wird der gescheiterte Versuch dann nicht einfach wieder verscheuert oder sonst irgendwie Schadensminimierung betrieben. Nein, der bleibt dann halbfertig rumstehen und hin und wieder wird unser Rübenschwein behaupten, er werde den ja bestimmt noch fertigbauen, sobald dann, äh, ja, er sich diese sündteure Grafikkarte leisten kann, die er da einbauen will. 
Das Brojeggd Bezeh-Gommbjuder wird den Weg der Gasfaser gehen und den Weg des Ogerbeckens, den vorher schon so viele andere Sachen gegangen sind: die Audoreparatur, die Küchenrenovierung, die Erneuerung der Treppe, der Griehnskrien-Ruhm, das Bandprojekt komplett mit allen Instrumenten und wer weiß was noch alles.

Es ist immer dasselbe mit dem Suppengumbo: Er will was erreichen oder haben und wenn grad Geld da ist, wird auch Geld hineingesteckt. Dann stellt sich raus, dass sein Vorhaben utopisch ist und seine Fähigkeiten nicht ausreichen, also lässt ers sein. Natürlich reicht es auch schon, dass sich das gesetzte Ziel nicht auf Anhieb und mehr oder weniger mühelos erreichen lässt, eventuell ist eine Anstrengung über einen längeren Zeitraum als drei oder vier Tage notwendig, das reicht dann auch schon: Reiner schnauft und lässt die Sache sein.
Meistens ist zu diesem Zeitpunkt schon irgendein Sachschaden entstanden. der wird dann mit einem Provisorium ausgebessert und dieses Provisorium etabliert sich dann alsbald zum neuen Normalzustand. Wie lange hängt die FORD-Fahne schon an der Treppe?  

Und jetzt hat Bummsdi auch noch sein Henndi kapottgemacht. Wie er ja alles kapott kriegt, der arme, domme Knallkopp. In den letzten fünf Jahren hat er nicht nur dreimal sein Drachenmobil mit Schmackes gegen irgendwelche Hindernisse gesetzt, nein, ein weiteres Drachenmobil gammelt mit „Getriebeschaden“ auf der Abraumhalde herum, die einmal ein Hof gewesen sein mag, irgendwann, als es am Schauerberg noch keine Elektrizität gab. Der arschförmige Spacken ist ja nicht nur zu domm, sich Vorfahrtsregeln zu merken, oder Bremswege abzuschätzen oder links und rechts auseinanderzuhalten, sondern kann auch keine Gangschaltung bedienen, weil er alles, wirklich alles mit derselben täppischen Grobheit behandelt. 
Auf das Henndi hat er sich wahrscheinlich draufgesetzt, als er mal wieder die Abrissbirne von Arsch mit ungebremster Gewalt in die natürlich auch schon völlig maroden Trümmer des letzten heilen Sitzplatzes seines Anwesens geschmettert hat; es wäre ja nicht das erste Telefon, das er auf diese Art kapott macht. Seine Schuhe zerlatscht er, seine Schörts zerreißt er, seine Haustiere lässt er verrecken – Rollo, Aller, selbst sein Blechschwert hat er verbogen.

Hat natürlich auch damit zu tun, dass er immer nur den letzten Billoschrott kauft, der eh nicht lange hält. Aber viel, sehr viel ist auch der dauernden völlig unsachgemäßen und rüden Behandlung geschuldet.   
Was ist eigentlich mit der Nebelmaschine, mit dem bunten Spastiblinker, mit der Zuckerwattemaschine? Alles schon länger nicht mehr gesehen. Wäre bereit zu wetten, dass auch mindestens eines dieser drei Spielzeuge inzwischen kapottgespielt ist. Als nächstes muss wahrscheinlich die Kaffeemaschine dran glauben, die ist auch mal wieder fällig – ist ja auch schon nicht mehr dieselbe wie vor vier Jahren. 
 


Der einzige Lichtblick ist noch, dass der Suppengmobu diesmal keine ohnehin schon nutzlosen Talmi zernichtet hat, sondern Gegenstände, auf die er dringend angewiesen ist, die er braucht, um das zu bestreiten, was bei ihm frecherweise als Lebensunterhalt firmiert. Und um diese Situation noch schöner zu machen, fällt diese Krise genau in die ohnehin schon kritische Zeit am Monatsende, wenn Bummsdis Stimmung im Angesicht der schrumpfenden Geldvorräte ohnehin schon auf dem Nullpunkt ist. Jetzt kann er nicht mal mehr für Nachschub sorgen, keine Schdrihms, keine Almosen, das wird ein magerer Monat.
Sollte er in den nächsten Tagen doch noch eine Möglichkeit finden, sich seinen Barrenschmeißern zu präsentieren, wird der Launelord wahrscheinlich wieder mal herrlich herummaulen, von vornherein kreuzbeleidigt sein und um sich bannen, dass es nur so eine Art hat.
Wenn mans geschickt anstellt, ist dann mal wieder Augenschwitzen leif angesagt. Verdient hätte er das, der Trümmerbeppo, godverdomme.