Dienstag, 18. September 2018

Reiner und Aleggsa (19.06.18)



Rollo, Aller, als würde man sich einen Hochleistungs-Bezeh-Gommbjuder kaufen und den dann benutzen, um Freecell zu zocken, weil das schon vorinstalliert ist. So benutzt Reiner seinen Echo-Dot. Da sind ein paar Kinkerlitzchen vorinstalliert und unser dicker, fetter Pfannkuchen freut sich diebisch darüber. Witze erzählen! Aleggsa kann die lustigsten Witze erzählen! Außerdem kann sie.. äh, ja, muss er sich ersma reinwurschteln, muss er ma sehn, wie er des hing'feggelt bekommt.
Natürlich wird nichts dergleichen geschehen. Zur Bedienung des Geräts ist unser Prallo schlicht und ergreifend zu blöde.

Aber immerhin genießt er die futuristische Atmosphäre, die diese überteuerte Wanze in sein abbruchreifes Haus zaubert. Schließlich ist ja das Schanzeninterieur in seinem sterilen Minimalismus schon voll auf Raumschiff-Optik gestylt – zumindest wenn man mit Raumschiffoptik das Holodeck der Enterprise meint, bei dem jemand die Voreinstellung „Dresden ‘45“ gewählt hat.
Neben der Möglichkeit, der Vereinsamung entgegenzuwirken, hat das neue Spielzeug unseres Ogerbabies eigentlich nur zwei Funktionen. Und Reiner wäre nicht Reiner, wenn es ihm nicht gelänge, selbst diese beiden Vorteile noch zu ruinieren:

1.) Geltungsdrang
Unser dicker, dummer Narzisst sehnt sich sehr nach Sozialprestige. Er hält sich für einflussreich, bedeutsam und wichtig. Als Aleggsa ihm zum ersten Mal die Definition von Drachenlord vorgesprochen hat, wurde unter Garantie das Plastezelt, das unserem Prallo als Hose dient, im Schritt plötzlich feucht und inzwischen wird er sich das Sätzchen vom Pseudonym bestimmt schon vielhundertmal angehört haben.
Und seine Aleggsa dient ihm als Befehlsempfängerin. Endlich ist wieder jemand in seinen Alltag getreten, den der Lord nach Belieben herumkommandieren darf.
Rollo, Aller, ich kann doch nicht der einzige sein, dem das fehlende „Bitte“ immer wieder auffällt. Ist natürlich albern, zu einer KI höflich zu sein, aber es geht ja nicht um Umgangsformen, sondern um Sprachmuster und Redegewohnheiten. Wer sich angewöhnt hat, Bitten mit „bitte“ zu formulieren, wird sich das wohl nicht gleich wieder abgewöhnen, wenn er zum ersten Mal mit einem Roboter redet. Aber Reiner redet mit einem Roboter halt genau so, wie er auch schon immer mit Menschen geredet hat –also damals, als er noch Menschen zum Reden hatte:
Der Käptn sitzt auf der Brücke – halt nein, ein vollumfänglich am Leben gescheiterter Fettsack hängt in einem Sperrmüllsofa – und bellt Befehle in die Gegend und prompt reagiert eine servile Frauenstimme wie aufs Kommando. Aleggsa lauter. Aleggsa leiser. Nicht, weil die Musik die falsche Lautstärke hätte, sondern weil Reiner endlich mal wieder die Macht hat. Erinnert sich jemand an die Simpsons-Folge, in der Homer stundenlang sein elektrisches Krankenhausbett rauf- und runterklappt? Einfach aus Faszination über den Mechanismus und Lust an der Befehlsgewalt, die ihm im Alltag fehlt? Genau so.
Dumm nur, wenn Aleggsa dem Lord den Gehorsam verweigert, weil der Lord halt zu dumm ist, seine neue Sklavin entsprechend zu instruieren.
-Aleggsa, lauter
-Welches Gerät denn?
Als würden die Designer des Geräts es darauf anlegen, fette Fettärsche mit fetten Minderwertigkeitskomplexen zu verärgern. Es ist einfach zu schön. Nur eine Frage der Zeit, bis der genervte Wutlord die Fassung verliert und seine unbotmäßige Robotersklavin wie nicht gescheit zusammenbrüllt. 

2.) Musikwünsche
Hat mal jemand darüber nachgedacht, warum unser Quallemann nur noch so selten Musikwünsche erfüllt? Naguuut, er ist halt eine faule Sau, aber so faul?
Könnte doch sein, dass die Erfüllung der Musikwünsche für den Leselord eine echte Anstrengung und eine Quelle der für ihn so gefährlichen Scham sind: Erst den Wunsch entziffern, dann auf Youtube das gewünschte Video raussuchen – Uff, lesen und schreiben zugleich und alles in einer Fremdsprache. und wenns schiefgeht, dann auch gleich vor Zeugen. Also lieber heute keine Musikwünsche, weil, äh, halts Maul, sonst bann ich dich.
Und diese unliebsame und riskante Arbeit könnte ihm sein Spielzeug wirklich und wahrhaftig abnehmen.
- Aleggsa, spiel Ränndudehillts von Iränmäiden , zack, fertig
Wirklich zu und zu schön, dass Reiners Fähigkeiten in englischer Aussprache so unsagbar erbärmlich sind, dass seine Sklavin ihn schlechterdings nicht versteht.
Und unser Prallo ist natürlich zu selbstverliebt und zu dämlich, diese Ursache des Problems zu akzeptieren oder auch nur zu erkennen. Lieber ersma Geld, das er nicht hat, für irchendein Musikabo raustun. Das Resultat bleibt dasselbe: Aleggsa versteht ihn nicht. Aleggsa tut nicht, was er will. Dabei könnte das so schön sein und bestimmt hat Reiner sich das auch schon sehr schön ausgemalt: wie er schdrihmt und gönnerhaft auch die ausgefallensten Musikwünsche akzeptiert – ganz der Gütelord – um sie sofort nach Gutsherrenart an seine Digitalsklavin zu delegieren. Und jetzt will und will das nicht klappen. Warrrummmäh? 
Weil Reiner für alles, ja, wirklich für alles einfach zu dumm ist.
Es ist einfach nur schön.

Ja, derzeit nervt die guhde Aleggsa schon sehr, aber es sollte mich nicht wundern, wenn sie unseren steindummen Fettarsch in Bälde solcherart frustriert, dass er mal wieder schön die Fassung verliert und sich wie der letzte Mensch aufführt.
So wie damals, als er seinen Mikrofonständer verdroschen hat.
Kannste dir nicht ausdenken: Reiner ist dumm genug, leblose Objekte gegen sich aufzubringen. Es ist langsam aber sicher die ganze Welt sein Feind.

Der Drachenlord – eine kurze Einführung (05.06.18)


Der Drachenlord: Das ist Rainer Winkler, Jahrgang ’89, Halbwaise, arbeitslos, ohne qualifizierten Schulabschluss oder sonstige Ausbildung, krankhaft adipös und gerade eben klug genug, um als normal durchzugehen, sodass Hänseleyen nicht gleich den Tatbestand der Behindertenverhöhnung erfüllen, aber kognitiv zu stark eingeschränkt, um sich wirklich normal zu verhalten, sodass sein Gebaren immer neue Zielscheiben für Hohn und Spott liefert.


2007 mit der Sonderschule fertig (eine andere hat er nie besucht), verbummelt Rainer zunächst ein vom Amt verordnetes „berufsvorbereitendes Jahr“, bevor er sich als Hilfsdulli bei diversen Zeitarbeitsagenturen verdingt. Im Laufe der nächsten fünf Jahre fällt er bei allen verfügbaren Agenturen wieder aus der Kartei und besteht diverse Probezeiten von insgesamt drei Jahren Dauer (die bis heute seine gesamte Berufserfahrung darstellen) jedesmal nicht. 

2012 verstirbt sein Vater nach kurzem Krebsleiden und seine Mutter verlässt nebst Schwester fluchtartig das damals schon reichlich baufällige Gehöft in der fränkischen Provinz, das Rainer bis heute als Wohnort dient.  Gerade neuerlich und diesmal endgültig als Hilfsarbeiter entlassen, richtet Rainer sich ein Leben voller Müßiggang, Videospiel und Konsequenzlosigkeit ein und schafft es binnen kürzester Zeit, nicht nur das väterliche Erbe in fünfstelliger Höhe für Luxusartikel zu verjuchheidideln, sondern auch alle sozialen Kontakte zu vergrätzen, sodass sich immer größere Teile seines Lebens aufs Internet verlagern.

Zu diesem Zeitpunkt fasst Rainer den Irrsinnsplan, sich eine neue Existenz als „youtuber“ zu gründen und versucht sich an einer bunten Reihe unterschiedlicher Video-Formate – „Let’s Play“, Sketche, Musikkritik, Ratgeber, Vorträge zu Sachthemen – kann aber aufgrund mangelnder Sachkenntnis und fehlender Frustrationstoleranz keines davon umsetzen oder etablieren. Die Qualität dieser Videos bleibt so gering, dass sie wie Parodien der Formate wirken, die sie zu emulieren suchen. Seinen Lebensunterhalt bestreitet Rainer mittels ALG, worüber er aber sein Publikum im Unklaren lässt, sich stattdessen als wahlweise Schichtarbeiter oder Freiberufler ausgibt und sich dabei in ein Netz dummdreister und offensichtlicher Lügen verstrickt, auf denen er jedoch mit bemerkenswerter Sturheit beharrt.

Gleich in dieser Anfangsphase reagiert er auf Kritiken und erste Sticheleien mit einer Hasstirade, die schnell in sozialen Medien kursiert, in der er wutentbrannt die „Hater“ zum Zweikampf herausfordert und zu diesem Zweck seine Adresse ins Internet posaunt.
Die groteske Qualität seiner Videos und die erbärmliche Dummheit seiner Äußerungen rufen zahlreiche kreative Witzbolde auf den Plan, die Rainers Kontent in Form von Bildern, Musikstücken, Texten, neuen Videos etc. verwursten. Auf diese Rezipienten reagiert Rainer ebenso wie auf wohlmeinende Ratschläge oder konstruktive Kritik: Er wertet sie als hasserfüllte Angriffe gegen seine Person und behandelt sie mit atemberaubender Unsouveränität. Bald besteht sein gesamter Kontent aus den Ankündigungen immer neuer Formate und Projekte, die natürlich nach wie vor an Rainers himmelschreiender Inkompetenz scheitern, und haltlosen Schimpftiraden gegen die „Hater“.
Die zunehmende Aufmerksamkeit, die seinen Ergüssen durch die genannten Verwurster zukommt und die sich in stetig wachsenden Zugriffs- und Abozahlen niederschlägt, verleitet Rainer jedoch zu der Annahme, er sei so etwas wie eine Berühmtheit und die ersten Besucher, die er mit Autogrammkarten beschenken darf und eine johlende Bande Besoffskis auf einem Metal-Festival bestärken ihn noch darin.

Seine Avancen an diverse Mödchen werden dennoch stets brüsk zurückgewiesen, was Rainer nicht daran hindert, vermeintlichen Interessentinnen aus dem Internet nicht mit dem nötigen Argwohn zu begegnen, sondern derartige Kontaktaufnahmen zügig mit Liebesbekenntnissen und dem Zusenden obszöner Selfies zu quittieren. So kommt es schließlich auch zu dem berüchtigten YouNow!-Heiratsantrag, vor dem Rainer alle mahnenden Stimmen ignorierte und sich entschloss, sehenden Auges ins deutlich offenstehende Messer zu laufen und eine ihm persönlich unbekannte Internetbekanntschaft nach kurzem Briefwechsel um ihre Hand anzuhalten.

Immerhin konnte Rainer den Schritt aus dem Transferleistungsbezug vollziehen. Nachdem er 2015 eine von der Arge anberaumte „Maßnahme“ (Motivations- und Bewerbungscoaching) sausen lässt und ihm die Bezüge gestrichen werden, bestreitet er (bis heute) sein Auskommen nahezu vollumfänglich durch Spenden, die er auf der Plattform YouNow! einheimst. Freundschaften zu den anderen regelmäßigen Nutzern dieser Plattform wollen sich jedoch nicht einstellen; vielmehr gelingt es Rainer, sämtliche anderen Nutzer durch seine bornierte und selbstverliebte Art vollumfänglich gegen sich aufzubringen.
Ähnliches vollzieht sich auf dem von ihm eingerichteten „teamspeak“-Server, bei dem er sein Publikum durch Unbelehrbarkeit und arrogante Selbstdarstellung schnell gegen sich aufbringt und alsbald jedes Gespräch in ein Beschimpfungsduell ausarten lässt.

Auch die anderen Youtube-Nutzer, deren Nähe Rainer sucht, haben von seinen Avancen stets alsbald genug und weisen ihn zurück. Die Kritik von „KuchenTV“ hat genug Reichweite, neue Besucher zu Rainers Hof zu locken, wo Rainer längst begonnen hat, den ungebetenen Gästen mit handgreiflicher Gewalt zu begegnen und mit immer neuen Anrufen auch die Dorfpolizei gegen sich aufzubringen.   
   
Im Sommer 2016 reagiert Rainer mit fassungsloser Überraschung, als die Stadtwerke ihm den Strom abdrehen und eine Forderung von 15.000,- Euro erheben, die sich über Jahre hinweg angesammelt hat. In welchem Ausmaß Rainer mit dem Erhalt seines Hauses im Besonderen und den Erfordernissen des Alltags im Allgemeinen einfach heillos überfordert ist, zeigt sich nicht nur an dieser Misswirtschaft, sondern auch  an Rainers zusehender Verwahrlosung und den immer desolateren Verhältnissen in seinen Wohnräumen, die mählich unter Müll und Unrat verschwinden. 

In arge finanzielle Bedrängnis geraten, wendet Rainer sich an die einzigen Autoritäten, die sein beschränkter Verstand noch anerkennt und die außerdem die einzige Anlaufstelle darstellen, von der er sich überhaupt noch Hilfe erwarten darf und behelligt diverse Youtube-Promis mit Hilfegesuchen. Der Youtuber „Iblali“ reagiert darauf mit einigen Hänseleyen, die den Besuchsverkehr zu Rainers Haus weiter ankurbeln.
Ein Übriges dazu tut Rainer selbst, der aus Geldnot einen Posterverkauf auf seinem Hof anleiert und bald tägliche Besuche empfängt, die jetzt aber willkommen sind, solange sie bezahlen. Mit der Installation eines prepaid-Zählers und der Wiederaufnahme der Internetbetteley via YouNow verwandeln sich die Gäste dann wieder in Hater – und weil er einem von ihnen in ohnmächtiger Wut das Auto demoliert, muss Rainer sich sogar vor Gericht verantworten und wird zur Zahlung einer Geldstrafe verurteilt. 

Seit 2017 besteht Rainers Internetpräsenz – neben den „Let’s Play“-Videos, die seine stümperhafte Beschäftigung mit jahrealten Videospielen zeigen, und kein Publikum finden - aus den obligatorischen YouNow-Livestreams, die er zum Überleben braucht. Die Häme, die ihm dabei aus dem Publikums-Chat entgegenschlägt, erträgt er bisweilen nur unter Zuhilfenahme von Alkohol und leistet sich dann besoffene Ausfälle gegen sein Publikum. 

Seine aktuelle Tätigkeit auf YouTube ist nur ein weiterer Versuch, sich endlich auf dieser Plattform ein Auskommen zu sichern und durch seine Inkompetenz natürlich nach wie vor zum Scheitern verurteilt.  Nur seine Unbelehrbarkeit hält Rainer davon ab, die Fruchtlosigkeit dieses Unterfangens einzusehen und stattdessen den Versuch zu unternehmen, sein Leben in geregeltere Bahnen zu lenken.
 
Unbelehrbar ist Rainer auch in puncto körperlicher Gesundheit: Seine ungesunde Lebensweise bescherte ihm 2017 eine Gallenkolik, woraufhin ihm die Gallenblase entfernt wurde, was zu einer rasanten Beschleunigung seiner Gewichtszunahme geführt hat. Rainer selbst hält sich – ungeachtet der Tatsache, dass er sich nur noch unter großer Mühe laufend fortbewegen kann – für körperlich fit, seine Statur für muskulös und belügt sein Publikum seit Jahren mit einer erstunkenen Vergangenheit als Kampfsportler. 

Das Lügenkonstrukt einer geregelten Berufstätigkeit ist zwar schon 2015 zusammengebrochen, weswegen Rainer nun betont, sein Videospielgedaddel und der daraus resultierende nach wie vor lächerlich minderwertige Youtube-Kontent sei das Resultat harter, zeitraubender Arbeit und seine Beschäftigung als „Youtuber“ sei einer geregelten Tätigkeit vergleichbar. Ein neues Lügenkonstrukt hat er um die Existenz einer vermeintlichen Freundin entwickelt, die ihn regelmäßig besucht oder gar mit ihrem Kind seine desolaten Wohnverhältnisse teilt. In einem pornographischen Roman mit dem Titel „Die Antwort auf die Träume“ gibt Rainer beredte Auskunft über seine Vorstellungen bezüglich Beziehung, Eheleben und Frauenbild. Dieses doppelte Lügengebilde braucht Rainer nicht nur zur Stütze seines instabilen Selbstbilds, sondern auch, um sich über seine Kritiker zu stellen und diese als arbeitslos und vereinsamt zu beschimpfen.

Es muss nicht extra erwähnt werden, dass genau diese Eigenschaften Rainer selber zutreffend beschreiben. Seine desolaten Lese- und Rechtschreibfähigkeiten hat Rainer seit 2007 ebensowenig verbessert, wie er sich um eine Ausbildung bemüht hat – vielmehr hat er jede diesbezüglich an ihn herangetragene Möglichkeit selbstherrlich ausgeschlagen.  Alle Bezugsgruppen in seinem Leben haben sich von ihm losgesagt: zuständige Ämter und Behörden, seine Freunde, die Nutzer der von ihm frequentierten Internetplattformen, seine Nachbarn, selbst seine Familie.
Die einzige Gemeinsamkeit all dieser Gruppen ist Rainer selbst. Und der beteuert nach wie vor, seine wenig beneidenswerte Lage sei einfach großartig und er selbst ein toller Hecht. Und jeder, der anderer Ansicht ist oder ihm gar ins Gewissen reden will, gilt als „Hater“.  

Reiner und noch ein Dragon Monday (04.06.18)



Das soll ein Dreggnmanndey sein? Keine Intro, Reiner steht nicht, nichtmal der Grihnskrihm ist am Start.
Stattdessen verschränkt Reiner die Wedelärmchen vor dem arschförmigen Leib, um der immer ausufernderen Silhouette halbwegs Halt zu verleihen. Weil ihm diese Maßnahme aber zusehends die Luft einschnürt, muss er in dieser Sequenz diverse Schnaufer rausschneiden und lässt es nach 20 Sekunden ganz bleiben. Aufatmen. Und die Plauze schwabbelt wie eine hässliche Lavalampe, die man in einen stinkenden Lumpen gewickelt hat.
Die Ereignisse, die er ansprechen will, liegen keine Woche zurück, aber unser dicker fetter Pfannkuchen wäre nicht unser dicker fetter Pfannkuchen, wenn er nicht mit den Wochentagen heillos durcheinanderkäme. Wie damals in der Schule, als alle gelacht haben, wenn Reinerle dienstags mit dem Sportbeutel angemeddlt kam, weil er dachte, es sei Montag und Sportunterricht.
Dass unser Quallemann bei Herrn Nussdaim vorkam, wird er uns jetzt noch wochenlang hinreiben, da müssen wir durch. Minutenlanges Gestammel „richdich, richdich kuhl“ über die für unseren Prallo herrliche Tatsache, dass er Erwähnung fand.

Und ja, es sei unserem Reinerle einfach mal gegönnt, dass er sich über den Lügenleiffels lustig machen darf, diese dumme Sau. Rollo, Aller, wenn Reinerle vernichtend über dich urteilen und dir nützliche Hinweise geben darf, dann hast du es wirklich geschafft, du dumme Sau. 
Und wenn unser Prallo schonmal Oberwasser hat, attestiert er sich selbst gleich noch eine unglaubliche Entwicklung, neuerworbene geistige Reife und eine jubelnde Unterstützerschar und lobt sich a weng selbst für sein tolles Mobbing-Fidio, wobei er sich vor lauter Eifer und eitlem Stolz noch schlimmer verhaspelt als sonst, so eilig hat er es, die selbsterklärten Lorbeeren einzuheimsen.  
Wieder typisch Reiner: Kaum fängt irgendwo so etwas wie Verständnis für ihn an zu keimen, muss er solche Sentiments mittels seiner altbekannten eitlen Borniertheit sofort und vollumfänglich vernichten. Nur weil der Leiffels eine selten dumme Sau ist, wird unser Prallsack dadurch keine weniger dumme Sau oder seine Fidios irgendwie hochwertiger oder sehenswert. Aber das wird er natürlich niemals in sein Spatzenhönn kriegen.

Wie er es ja auch nicht in sein Spatzenhönn kriegt, dass sich keine Sau für seine benagelten Leddsblehs interessiert. Also ödet er uns minutenlang damit an, wie erfolgreich er auch letzte Woche sein Leben verdaddelt hat.

Dann kann er sich endlich zu dem Geständnis durchringen, letzte Woche „versagt“ zu haben – und muss dabei sehr, sehr deutlich mit der Wampe schaukeln: Hospitalismus im Anfangsstadium, körperberuhigende Automatismen. Die Scham lauert selbst bei solchen Lippenbekenntnissen im Hintergrund und muss in Schach gehalten werden.
Naja. Jetzt ist er jedenfalls gespannt, ob die nächste Woche wohl erfolgreicher wird und er, äh, „alles“ hinbekommt, „wie ers will“. Was genau das sein könnte, außer dahocken und eine weitere Woche seines Lebens zu verdaddeln, weiß er selbst natürlich auch längst nicht mehr. Aber das wird er wohl hinkriegen. Hoffentlich.
Drachenlord kommt, wenn er kommt, Loide. Also nie.

Reiner und der Dragonmonday-Rerun (28.05.18)



Dreggnmanndey? Dreggnmanndey!
Naja, ohne den bekloppten Vorspann ist das ganze bekloppte Format gleich nur halb so gut.
Wo ist der Vorspann, du faule Sau? Ohne den Vorspann gibt es keinen Unterschied zu deinen bekloppten Flocks, du dumme Sau.
Halt, bei den Flocks meddlt die Butterkugel mühsam durch die Trümmer seiner Existenz. Beim Dreggnmanndey reicht es jetzt nicht mal mehr zum Stehen. Und der Abraum in der Spiel-, Schlaf-, Fress- und Wichsküche ist auch nicht zu sehen.
Gelegenheit also, sich ganz auf den haltlosen Wirrsinn zu konzentrieren, der heute aus dem schiefen Ogermaul quallt. Sogar ein „Skribbd“ hat unser dicker, fetter Pfannkuchen vorbereitet.

Man merkt immer sehr, sehr deutlich, wenn Reiner vorliest. Die Stimme verliert jegliche Modulation und verfällt reichlich hölzern in etwas, das an fränkischen Förderschulen womöglich als Hochlautung gilt und dem steindummen, rings von Fettpolstern verquollenen Gesichtselfmeter ist die Angst und Mühsal deutlich abzulesen: Die Augen entziffern flackernd vor Angst die Schriftzeichen, damit der Stimmapparat sie blechern und stockend in Laute verwandelt, damit die Blumenkohlohren sie aufschnappen und in erkennbare Wörter verwandeln können. Drei Aufgaben auf einmal! Man sieht förmlich, wie hinter den toten Schweinsäuglein ein kleiner Link herumwuselt und Kisten hierhin und dorthin schiebt, während ein mechanischer Affe zwei Schellen gegeneinanderschlägt. Und das ist, wohlgemerkt, kein unbekannter Text, sondern eine Liste von fünf Punkten, die Reiner sich selbst unmittelbar vor Beginn der Dreharbeiten angefertigt hat. Ja, so dumm ist er. Der Leselord ist noch am ehesten geneigt, das Mitleid des Betrachters zu wecken, denn nie ist er so verdammt nah an der Debilität wie in diesen Momenten, wenn das Drachenhönn an der Kapazitätsgrenze rendert, um ein eigenes Erzeugnis zu reproduzieren. 
Rollo, Aller, wenn Reiner in die Rewe geht, steht er womöglich schnaufend an die Kühltruhe gelehnt mitten im Laden und liest sich selber blechern stockend seine Einkaufsliste vor, damit er kapiert, was er selber da hingeschrieben hat. Es ist einfach nur noch erbärmlich.

Das zarte Pflänzchen Mitleid, das angesichts solcher Schwachsinnigkeit zu keimen beginnt, wird natürlich sofort wieder zertrampelt, ach was, unter den plattgelatschten Sohlen von Reiners Plasteschuhtrümmern zerrieben, wenn der Narzisstenlord sich ersma minutenlang für seine tollen Effektfidios feiern muss – indem er diesen hanebüchenen Schrott vollumfänglich abspielet und dabei ein Lügenfeuerwerk der Galaklasse abbrennt. Er macht das ja schon seit Jahren, um seine „Künste“ zu perfektionieren. Ja, er weiß, dass die Fidios trotzdem noch schlecht sind – weiß er eben nicht, der dumme Prallsack. Er ist vielmehr davon überzeugt, dass diese Scheiße eigentlich pures Gold ist, godverdomme.    

Und weil er grad dabei, sich selber toll zu finden und der festen, wenn auch völlig irrigen Annahme verfallen ist, allen Grund dazu zu haben, will er auch gleich den Drachenaward wieder aufleben lassen. Halt, nein, den DrachenLORD, aber das Konzept ist dasselbe: Die Leute sollen bitte sein Tun und Treiben kommentieren, damit er darauf eingehen kann. Die besten Kommentare kommen dann im Fidio vor! Seid kreativ, Loide! Ihr dürft ihn auch gern ein bisschen aufs Korn nehmen, wenn es nur kreativ ist! 
Wie er halt immer noch glaubt, es gäbe Leute, die ihm wohlgesonnen sind. Er ist halt sehr, sehr dumm.
Sein Irrglaube geht ja sogar so weit, dass er den Top-Fünf-Barrenschmeißern ganz unironisch seinen „herzlichen Glückwunsch“ ausspricht – ein Freudscher Versprecher, der tief blicken lässt. Da hat das Spatzenhönn die Platten vertauscht, es sollte doch eigentlich Fihlnlihmdank füddieunnäschdützung erschallen. Das sagt er sowieso schon immer im selben Tonfall, wie die Arzneimittelreklame vor Risiken und Nebenwirkungen warnt, und ungefähr genauso aufrichtig. 

Jetzt hat er gleich das gesagt, was er eigentlich denkt: Das Barrenwerferpack soll mal froh und dankbar sein für die Gelegenheit, dem Herrn der Drachen zu huldigen. Kein Wunder, dass sich zwischen denen ein edler Wettstreit entsponnen hat, wer ihn am meisten liebt. Den wird er jetzt allwöchentlich entscheiden und geht allen Ernstes fest davon aus, dass sich die Ergebnisse jede Woche ändern werden. Weil er halt immer noch nicht kapiert hat oder immer noch nicht wahrhaben will, dass höchstens drei Vollkoffer nahezu vollumfänglich seinen Lebensunterhalt für ihn bestreiten. Stattdessen glaubt er die eigenen dummen Sprüche vom Wettkampf um Platz eins, mit denen er  überschwänglich die sporadischen Barrenregen kommentiert, ja scheißdochrein, kannste dir echt nicht mehr ausdenken das alles.

Doch, Reiner, der kann. Man möchte ihn eine Woche lang mit einer Tapentkleister-Nuss-Mischung füttern und ihn hernach mit dem resultierendenen Kotbrikett die Fresse polieren dafür, aber er kann. Er spinnt sich ja auch ein Publikum zusammen, das mit angehaltenem Atem auf die Ankündigungen neuer Hochlichter der Fidiospiel-Unterhaltung auf dem erzblöden Leddsbläi-Kanal wartet, damit er ihnen umständlich und minutenlang vorbeten kann, dass er in den nächsten Tagen und Wochen wieder arschgenau dieselben lahmen Fidiospiele zoggen wird, die ihn schon seit Jahren daran hindern, seinem verpfuschten Leben endlich eine andere Richtung zu geben oder den ganzen traurigen Mummenschanz endlich zu beenden. „Seine Spiele eben“.

Und als Kirsche oben auf dem Scheißehaufen darf natürlich die mit falscher Bescheidenheit nachträglich reingeschnittene Erwähnung der Erwähnung nicht fehlen. Reiner kam nämlich bei Herrn Njusdeim und Misdadrräschbägg vor! Und das hat „einen kleinen Aufruhr im Indanedd verursacht“ – drunter macht ers halt nicht, der selbstverliebte Quallemann, der Aufruhr muss schon mindestens das ganze Indanedd ergreifen. Dass die ehrlose Reaktion des ehrlosen Leiffelsburschen den viel größeren „Aufruhr“ verursacht hat, kriegt der dicke, fette Pfannkuchen natürlich nicht auf einmal in sein Spatzenhönn.
Alsdann, bis nächste Woche. Welcher Punkt im nächsten Dreggnmanndey fehlen wird, ist auch schon klar: der kritische Wochenrückblick, bei dem überprüft werden soll, welche Ankündigungen denn nun wahr geworden sind.
Das ist so ziemlich die letzte Existenzberechtigung des Leddsbläikanals: Darauf kann Reinerle sich immer versteifen, das gilt ihm als Arbeit, als Umsetzung diverser Ankündigungen und ja leider nach wie vor als Alternative zum Freitod.
Es ist alles nur noch traurig und verquer.